Klosterbrauerei Weltenburg aus Niederbayern kann auf eine bald 1.000 Jahre alte Tradition zurückblicken
Weltenburg/Regensburg, 18.01.2026 (KAP/KNA) Die nach eigener Aussage älteste Klosterbrauerei der Welt im niederbayerischen Weltenburg wird Medienberichten vom Wochenende zufolge übernommen werden. Demnach wird die im nahe gelegenen Kelheim ansässige Familienbrauerei Schneider Weisse 2027 die Markenrechte an Bischofshof und Weltenburger übernehmen. Die Regensburger Brauerei Bischofshof mit derzeit 56 Mitarbeitern, zu der Weltenburger gehört, werde Ende 2026 geschlossen. Erhalten werden solle aber die kleine Braustätte im Kloster Weltenburg, einer Benediktinerabtei. Am dortigen Donaudurchbruch wird seit dem Jahr 1050 Bier gebraut.
Auf die Neuordnung hat sich die Diözese Regensburg als Eigentümer von Bischofshof und Weltenburger mit Schneider Weisse geeinigt, wie es hieß. Angaben zum Kaufpreis gab es nicht. Die Mediengruppe Bayern berichtete, die Brauerei habe schon seit Jahren rote Zahlen geschrieben. Die Diözese Regensburg habe Geld zuschießen müssen, um die Brauerei zu stabilisieren.
Was sagt der Bischof?
"Neben dem Traditionsaspekt ist für uns ganz zentral, dass wir durch den Erhalt der Braustätte im Kloster Weltenburg sowie der Logistikabteilung von Bischofshof zumindest einen Teil der Arbeitsplätze direkt in der Region halten können", zitierte die Mediengruppe den Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. Und weiter: "Natürlich wäre es uns allen noch lieber, wenn wir auch den Standort Regensburg weiterführen könnten. Dafür fehlt jedoch jede wirtschaftliche Grundlage."
Er habe aber "großes Vertrauen, dass wir für die dortigen Mitarbeiter gemeinsam mit dem Betriebsrat trotzdem gute sozialverträgliche Lösungen finden werden", ergänzte der Bischof. Zur Übernahme durch Schneider Weisse sagte Voderholzer, dass die "jetzt gefundene Lösung unserer Idealvorstellung am nächsten" komme.
Biermarkt kämpft mit Absatzverlusten
Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", die zuerst berichtet hatte, zitierte den Abt des Klosters Weltenburg, Thomas Maria Freihart: "Wir sind sehr froh, dass mit der jetzt gefundenen 'bayerischen Lösung' auch der Weiterbetrieb der ältesten Klosterbrauerei der Welt für die Zukunft gut abgesichert ist." Insgesamt gibt es in Deutschland nch Angaben der Zeitung nur noch etwa zehn echte Klosterbrauereien. Die Flaute am Biermarkt bringt laut Bericht zunehmend kleine Traditionsbrauereien in Bedrängnis. Der deutsche Biermarkt habe binnen 15 Jahren rund ein Viertel seines Absatzes verloren.
Die Wurzeln der Brauerei Bischofshof reichen eigenen Angaben zufolge bis ins Mittelalter zurück. Historiker gehen davon aus, dass sie in den Ursprüngen der Nahrungsmittelversorgung der Arbeiter diente, die mit dem Bau des Regensburger Doms beschäftigt waren. Gesichert ist, dass Fürstbischof Wilhelm Graf von Wartenberg 1649 den formalen Akt einer Brauereigründung mit dem Namen Bischofshof vollzog. 1973 wurde die Klosterbrauerei Weltenburg Teil des Unternehmens. Zum Jahr 2000 änderte die Brauerei zur Optimierung ihrer Leitung ihre Rechtsform: von der Form des Eingetragenen Kaufmanns hin zur GmbH & Co KG. Der Regensburger Bischof blieb aber Eigentümer der Brauerei.