Präsidium der katholischen Laienorganisation mahnt zu Achtsamkeit "um rechtsextremistischen Treiben entgegenzuwirken"
Wien, 23.01.2026 (KAP) Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) hat den aktuellen Rechtsextremismusbericht des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstands (DÖW) begrüßt und ihn als wichtigen Beitrag zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit christlichem Fundamentalismus bezeichnet. "Als Katholische Kirche müssen wir wachsam sein und mit vereinten Kräften nach innen wie auch nach außen aktiv sein, um dem rechtsextremistischen Treiben, der auf der Spur Jesu Christi herumtrampelt, statt ihr zu folgen, in aller Deutlichkeit entgegenzuwirken", so das Präsidial-Team der Katholischen Aktion Österreich, Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll am Freitag in einer Aussendung.
Als positiv bezeichnete es die KAÖ, dass religiöse Fundamentalismen darin neben theologischen Analysen auch von einem weiteren unabhängigen Forschungsinstitut untersucht würden. Der Bericht liefere damit einen wichtigen Beitrag zur innerkirchlichen Auseinandersetzung mit christlichem Fundamentalismus, hieß es.
Warnung vor Neo-Integralismus
KAÖ-Präsident Ferdinand Kaineder sieht sich durch den Bericht in früheren Warnungen bestätigt. Bereits im September 2025 habe die Katholische Aktion anlässlich des Tages der Demokratie auf die Gefahr hingewiesen, die von ultrakonservativen katholischen Milieus und vom sogenannten Neo-Integralismus ausgehe. Ziel dieser Strömungen sei es, liberale Demokratien zu unterwandern, so Kaineder und weiter: "Wir sind dem Dokumentationsarchiv dankbar, dass sie in ihrem Bericht den Bündnissen zwischen Rechtskatholizismus und völkischem Rechtsextremismus besondere Aufmerksamkeit widmet."
Zur Debatte um den Neo-Integralismus hielt Kaineder fest, dass dieser "eine Ideologie bezeichnet, die auf die Unterwerfung des Staates unter die indirekte Autorität der katholischen Kirche abzielt. Das lehnen wir aus theologischen wie auch demokratischen Gründen ab". Die KAÖ stehe für eine menschenrechtsbasierte, liberale Demokratie und Gesellschaftsordnung, so der KAÖ-Präsident.
Laut Kaineder zeige der Bericht zudem, wie christliche Inhalte und Symbole von rechtskatholischen Gruppierungen für rechtspopulistische Agenden instrumentalisiert würden: "Sogar kirchliche Lehre und Theologie werden von rechtskatholischen Vereinigungen mit ideologisch befeuerten Privat-Interpretationen der Katholischen Soziallehre missachtet und desavouiert." Mit großer Besorgnis beobachte die Katholische Aktion auch die Zusammenarbeit zwischen sich christlich bezeichnenden Vereinigungen mit der "identitären Bewegung von Martin Sellner, die rassistisch und menschenverachtend auftritt und ihren Worten und Taten vor Gewaltanwendung nicht zurückschreckt".
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