Kapitel der neuen Ordensprovinz "Europa Mitte" tagte in Wien - Provinz umfasst Standorte und Werke in Bayern, Österreich, Tschechien, Slowakei und Ungarn
Wien, 23.01.2026 (KAP) Am Freitag ist in Wien das erste Kapitel (Ordensversammlung) der neu gegründeten Ordensprovinz "Europa Mitte" der Barmherzigen Brüder zu Ende gegangen. Dabei wurde Fr. Rudolf Knopp (58) zum ersten Provinzial der neuen Provinz gewählt, wie der Orden in einer Aussendung mitteilte. Knopp leitet ab sofort die neue Provinz, zu der Bayern, Österreich, Tschechien, die Slowakei und Ungarn gehören. Die Ordensversammlung fand unter dem Vorsitz von Generalprior Pascal Ahodegnon statt. Neben Personalentscheidungen wurde auch über die künftige spirituelle Ausrichtung und die Weiterentwicklung der Einrichtungen in der Provinz beraten.
Provinzial Knopp hielt in einer ersten Stellungnahme fest, er sei überzeugt, "dass wir Brüder in dieser erst ein paar Monate alten Provinz zu einer starken Gemeinschaft zusammenwachsen". Gemeinsam werde man "die Hospitalität sowie unsere Werte weitertragen und erlebbar machen". Er wolle allen rund 25.000 Mitarbeitenden der Ordensprovinz "Europa Mitte" für ihren täglichen Einsatz danken und er lade alle ein, "gemeinsam mit uns Brüdern auch weiterhin an der Vision des heiligen Johannes von Gott mitzuarbeiten, die Welt für die Menschen ein Stück besser zu machen".
Der neue Provinzial wurde 1958 in Deutschland geboren.1979 trat er in den Orden der Barmherzigen Brüder ein und übernahm im Laufe der Jahre zahlreiche leitenden Funktionen in verschiedenen Einrichtungen und Werken. Dreimal hatte er auch das Amt des Provinzials der früheren Bayerischen Ordensprovinz inne. Auch in der Generalkurie in Rom war Knopp lange Zeit tätig.
Im Anschluss an die Wahl des Provinzials erfolgte beim Kapitel auch die Wahl der Provinzräte (Definitoren), die gemeinsam mit dem Provinzial die Provinzleitung bilden und ihn in seiner Arbeit unterstützen. Gewählt wurden Fr. Thomas Pham, Fr. Thomas Väth, Fr. Daniel Katzenschläger und Fr. Luká Ryne. Auch weitere Ämter in der neuen Provinzleitung wurden besetzt, müssen aber noch vom Generalprior bestätigt werden.
Mitteleuropäische Ordensprovinz
Bei den Barmherzigen Brüdern ist ein Provinzkapitel die höchste Entscheidungsebene innerhalb einer Ordensprovinz. Es findet alle vier Jahre statt und wird vom Generalprior des Ordens einberufen. Die Österreichische und Bayrische Ordensprovinz haben 2025 einen Vereinigungsprozess begonnen, der nun mit dem mehrtägigen Kapitel abgeschlossen wurde. Der Sitz des Provinzialrates der "Ordensprovinz Europa Mitte" ist in Wien.
In der neuen Ordensprovinz mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder Spitäler sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Lebenswelten für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen. In diesen Einrichtungen gibt es fast 5.800 Krankenhausbetten und über 800 Betreuungsplätze für ältere Menschen. Weiters werden fast 4.000 Menschen mit Behinderungen betreut und annähernd 1.000 Menschen in Berufen des Sozial- und Gesundheitswesens ausgebildet. Die neue Provinz zählt rund 25.000 Mitarbeitende.
Die Vereinigung bezieht sich vor allem auf die Verwaltung des brüderlichen Bereichs und die Leitungsgremien des Ordens. Die einzelnen Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Krankenhäuser, Hospize und viele andere Werke des Gesundheits- und Sozialsystems sowie die Konvente sind in ihrem Tun und Handeln nicht direkt betroffen. An ihren Namen oder ihrer Rechtspersönlichkeit gibt es keine Änderungen. Ebenso bleibt die Rechtspersönlichkeit der Ordensprovinz erhalten, die in Österreich aufgrund des Konkordats von 1933 die Stellung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts innehat.
Die Barmherzigen Brüder sind in 55 Staaten mit rund 440 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von weltweit 965 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 65.000 haupt- und 35.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden. (Infos: www.barmherzige-brueder.at)