Syrien: Salzburger Caritas bittet dringend um Spenden
23.01.202613:09
Österreich/Syrien/Kirche/Konflikte/Caritas
Caritasdirektor Sonneck: "Gelingt es nicht, vor Ort eine nachhaltige Existenz aufzubauen, verlassen die Menschen zwangsläufig ihre Heimat"
Salzburg, 23.01.2026 (KAP) Die Caritas Salzburg hat angesichts der dramatischen Lage in Syrien zum Spenden aufgerufen. "Gelingt es nicht, vor Ort eine nachhaltige Existenz aufzubauen, verlassen die Menschen zwangsläufig ihre Heimat - auf der Suche nach einer Zukunft in Sicherheit", so der Salzburger Caritasdirektor Kurt Sonneck in der aktuellen Ausgabe des Salzburger "Rupertusblattes". Zudem würden jene, die geflohen sind, kaum zurückkehren, solange es keine Lebensgrundlage gibt, betonte Sonneck: "Es sei unsere gemeinsame Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Menschen in ihrer Heimat wieder Perspektiven haben."
Die Caritas ist seit rund 20 Jahren in Syrien aktiv, u.a. im Schulbereich. Sonneck: "Ein Drittel der Schulen ist während des Krieges zerstört worden. Dazu kommt, viele Lehrerinnen und Lehrer haben das Land verlassen. Es ist zudem keine Ausnahme, dass für das Überleben der Familie auch die Jüngsten arbeiten müssen." Rund drei Millionen Kinder hätten gar nicht die Chance zu lernen. Mehr als sieben Millionen Kinder seien auf humanitäre Hilfe angewiesen. In den wenigen funktionierenden Schulen in den Städten drängten sich bis zu 100 Kinder auf dem Boden sitzend in kleinen Klassenräumen.
"Bildung schützt vor Ausbeutung und Gewalt. Sie ist die Grundlage für eine Zukunft jenseits der Armut", so Sonneck. Er verweist auf das Projekt "shine" (scheinen), das in Damaskus und Aleppo den Alltag von Kindern, Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen positiv beeinflusst. Die Zentren bieten ihnen das, was in den Jahren des Bürgerkriegs gefehlt hat: Sicherheit. "Die Kinder bekommen am Nachmittag Unterstützung bei den Hausaufgaben", erläutert der Caritasdirektor. Genauso wichtig seien die kreativen Angebote wie Theaterworkshops, Singen und Tanzen und die psychosoziale Begleitung. Fast alle Kinder hätten Traumatisches erlebt. Ein warmes Essen gehört ebenfalls zum Tagesablauf, etwas, das in vielen Haushalten keine Selbstverständlichkeit sei.
Ein weiterer Caritas-Schwerpunkt liegt laut Sonneck auf der Landwirtschaft, vor dem Krieg der wichtigste Wirtschaftszweig Syriens. Zwischen Minen und Trümmern in die Heimat und damit auf die Felder zurückzukehren, die sie einst bewirtschafteten, sei aber für die Bäuerinnen und Bauern ohne Hilfe oft aussichtslos. Mit dem Projekt "Kamen" unterstützt die Caritas 1.500 Menschen: mit Tieren, Werkzeugen und vor allem mit Schulungen.