Mit dem Klaus-Hemmerle-Preis ehrt die religiöse Fokolar-Bewegung den Einsatz für den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen. Diesmal ging er an eine Stiftung mit Sitz in Wien.
Aachen, 24.01.2026 (KAP) Für ihre Zusammenarbeit mit den östlichen Kirchen hat die Stiftung Pro Oriente den diesjährigen Klaus-Hemmerle-Preis erhalten. Die in Wien ansässige Stiftung sei ein "Leuchtturm des theologischen Dialogs zwischen der römisch-katholischen Kirche und den orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen", sagte Erzbischof Job Getcha, Metropolit von Pisidien in der Türkei, am Freitagabend bei der Verleihung im Aachener Dom. Aus Österreich war zur Preisverleihung u.a. der Grazer Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl gekommen. Die undotierte Auszeichnung wird seit 2004 alle zwei Jahre von der Fokolar-Bewegung vergeben, eine religiöse Laien-Gruppierung mit weltweit rund 120.000 Mitgliedern.
Nach den Worten des Erzbischofs engagiert sich die Stiftung besonders für junge Menschen. Ökumenische Workshops und Foren des Austauschs trügen gerade im Nahen Osten und in der Ukraine dazu bei, "die Verzweiflung und Zersplitterung in Hoffnung, Zugehörigkeitsgefühl und ein gemeinsames Engagement für das Gemeinwohl umzuwandeln". Das berühre und freue ihn besonders.
Ansporn zum Dialog
Stiftungs-Präsident Clemens Koja sagte, der Preis sei ein Ansporn, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen - "insbesondere mit den jungen Menschen in den Kirchen des Ostens und des Westens". Die Auszeichnung ermutige dazu, "Räume des Dialogs zu öffnen, wo sichtbare oder unsichtbare Grenzen Menschen aus den verschiedenen Kirchen daran hindern, einander als Schwestern und Brüder im Glauben wahrzunehmen".
Der Preis erinnert an den früheren Aachener Bischof Klaus Hemmerle (1929-1994). Die Fokolar-Bewegung ehrt damit nach eigener Darstellung Persönlichkeiten und Organisationen, die wie einst Klaus Hemmerle den Dialog zwischen den Kirchen, Religionen und Weltanschauungen fördern.
Einsatz für Versöhnung und Frieden
Die kirchliche Stiftung Pro Oriente wurde während des Zweiten Vatikanischen Konzils 1964 vom damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König gegründet. Ihr Schwerpunkt liegt den Angaben zufolge auf der Förderung der Zusammenarbeit zwischen den östlichen und westlichen Kirchen. Pro Oriente habe immer wieder starke Impulse zu Versöhnungsprozessen in verschiedenen Regionen der Welt gegeben, hieß es von der Fokolar-Bewegung. Besonders beeindruckt habe ihr gesamtgesellschaftlicher Beitrag für Verständigung und Kooperation, gerade auch im Hinblick auf die nachfolgenden Generationen.
Der Laudator, Erzbischof Job Getcha, ist mit Kurienkardinal Kurt Koch Co-Vorsitzender der Gemeinsamen Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen Kirche und der orthodoxen Kirche. Zu den bisherigen Preisträgern gehören der ehemalige Präsident des Lutherischen Weltbundes, Christian Krause, der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel sowie der langjährige Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Hans Maier. 2024 ging die Auszeichnung an den kanadisch-tschechischen Kurienkardinal Michael Czerny.