Ein neues Bauvorhaben an einer der heiligsten Stätten der Christenheit wird konkret: In der Geburtskirche von Bethlehem beginnen aufwendige Restaurierungsarbeiten.
Jerusalem, 24.01.2026 (KAP/KNA) Die Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem wird restauriert. Das teilten die Franziskanerkustodie des Heiligen Landes und das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Jerusalem in einer gemeinsamen Erklärung mit. Auch das armenische Patriarchat und die palästinensischen Behörden sind den Angaben zufolge beteiligt.
"Dieses Projekt verkörpert das gemeinsame Engagement der Christen, das spirituelle, historische und kulturelle Erbe der Heiligen Grotte für künftige Generationen zu bewahren", heißt es in der Mitteilung. Die Vorbereitungen seien abgeschlossen - die Restaurierung könne nun bald beginnen. Beauftragt worden sei die italienische Firma Piacenti, die in den vergangenen Jahren bereits Arbeiten an der Geburtsbasilika vorgenommen habe.
Teil des Unesco-Welterbes
Die im Juni 2012 auf die Liste des Unesco-Welterbes aufgenommene Geburtskirche im Zentrum Bethlehems gehört zu den heiligsten Stätten der Christenheit. Seit 2013 wurde sie umfangreich restauriert. An der Stelle, an der Maria in einer Höhle Jesus zur Welt gebracht haben soll, wurde unter Kaiser Konstantin im Jahr 326 der Vorgängerbau der heutigen Kirche errichtet. Der Hauptaltar der im sechsten Jahrhundert neu erbauten Basilika befindet sich über einer zwölf mal zehn Meter großen Grotte. Dort wird - markiert durch einen 14-zackigen Stern auf dem Boden - der Geburtsort Jesu verehrt. Der Eintritt in die Kirche erfolgt seit dem 16. Jahrhundert durch die nur 1,20 Meter hohe "Tür der Demut".
Die Geburtskirche ist Teil eines 12.000 Quadratmeter großen Komplexes von Kreuzgängen, Klöstern, Grotten und weiteren Kirchen. So ist die katholische Katharinenkirche direkt mit der Geburtsbasilika verbunden. Weiter gehören ein lateinischer, ein griechisch-orthodoxer und ein armenischer Konvent dazu. Die Basilika selbst wird von diesen drei Konfessionen gemeinsam verwaltet. Seit mehr als 1.600 Jahren leben hier Mönche.
Immer wieder stark umkämpft
Im Lauf der Jahrhunderte war das Gotteshaus, eine der ältesten komplett erhaltenen Kirchen überhaupt, immer wieder umkämpft, etwa zwischen Muslimen und christlichen Kreuzrittern. Nach dem Siegeszug des Islam im siebten Jahrhundert wurde die Stätte durch eine Anordnung des Kalifen Omar zu einem Bethaus für Christen und einzelne Muslime erklärt.
Die Zeit der Kreuzfahrer, die den Gebäudekomplex stark ausbauten, brachte Reichtum auch für die Stadt Bethlehem. Im 12. Jahrhundert wurden die Wände der fünfschiffigen Basilika mit kostbaren Mosaiken verziert. Sie gehören - neben 36 Säulen und fein gearbeiteten Bodenmosaiken aus dem Vorgängerbau des vierten Jahrhunderts - zu den vielen Kunstschätzen der Geburtskirche.