Papst kritisiert anhaltende Angriffe auf die Ukraine
25.01.202614:00
Vatikan/Ukraine/Russland/Papst/Krieg/Gesellschaft
Kirchenoberhaupt nach Sonntagsgebet am Petersplatz: "Bemühungen zur Beendigung dieses Krieges weiter intensivieren"
Vatikanstadt, 25.01.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat Russlands Kriegsführung gegen die Ukraine scharf kritisiert. "Auch in diesen Tagen wird die Ukraine von anhaltenden Angriffen heimgesucht, ganze Bevölkerungsgruppen sind dadurch der winterlichen Kälte ausgesetzt", sagte er am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz im Vatikan.
"Die Fortsetzung der Kampfhandlungen mit ihren immer schwerwiegenderen Folgen für die Zivilbevölkerung vertieft die Kluft zwischen den Völkern und rückt einen gerechten und dauerhaften Frieden in die Ferne", mahnte Leo. Er verfolge die Ereignisse mit großer Trauer und sei in Gedanken und im Gebet bei den Leidenden. "Ich appelliere an alle, ihre Bemühungen zur Beendigung dieses Krieges weiter zu intensivieren", so der Papst.
"Frieden durch Respekt vor den Völkern"
Ausdrücklich rief er zum Friedensgebet für die Ukraine, den Nahen Osten und alle Regionen auf, "wo man sich leider für Interessen bekämpft, die nicht die der Menschen sind", sagte Leo. "Frieden wird durch den Respekt vor den Völkern aufgebaut!", unterstrich der Papst vor Tausenden Menschen auf dem Petersplatz.
Unter ihnen waren auch viele Kinder und Jugendliche der Katholischen Aktion der Diözese Rom, die zusammen mit Eltern, Lehrkräften und Priestern eine "Karawane des Friedens" veranstaltet hatten. "Ich danke euch, dass ihr uns Erwachsenen helft, die Welt aus einer anderen Perspektive zu sehen: der Perspektive der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Völkern", so Leo an die jungen Menschen. "Seid Friedensstifter - zu Hause, in der Schule, beim Sport, überall. Seid niemals gewalttätig, weder mit Worten noch mit Taten. Niemals! Das Böse kann nur vom Guten besiegt werden", sagte Leo XIV. unter dem Beifall der Menschen auf dem Platz.
"Gott schließt niemanden aus"
In seiner kurzen geistlichen Ansprache beim Angelusgebet forderte er die Christen zu Offenheit und Mut zum Handeln auf. Zur Verbreitung der Frohen Botschaft habe Jesus die Grenzen seines Landes Israel überschritten und jenen Gott verkündet, "der allen nahe ist, der niemanden ausschließt, der nicht nur für die Reinen gekommen ist, sondern sich in die Lebenslagen und Beziehungen der Menschen einmischt", so der Papst.
"Wir Christen müssen daher auch der Versuchung widerstehen, uns zu verschließen: Das Evangelium muss in jeder Lebenslage und in jedem Umfeld verkündet und gelebt werden, damit es ein Sauerteig der Geschwisterlichkeit und des Friedens unter den Menschen, zwischen Kulturen, Religionen und Völkern wird", erklärte Leo.