Synodaler Weg zieht Bilanz: Katholische Vollversammlung in Stuttgart
26.01.202613:38
Deutschland/Kirche/Synodaler.Weg
Sechs Jahre, fünf Vollversammlungen, mühsames Ringen: Beim Reformprojekt zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland treffen sich katholische Laien und Bischöfe ab Donnerstag zur letzten Synodalversammlung - Der Blick gilt Reformtexten sowie ihrer Umsetzung und dem Nachfolgegremium
Stuttgart/Bonn, 26.01.2026 (KAP/KNA) Vor gut sechs Jahren startete das Reformprojekt "Synodaler Weg" zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland. Von Donnerstag bis Samstag zieht nun die sechste und letzte Synodalversammlung von Bischöfen, Ordensleuten und Laien in Stuttgart Bilanz. Im Fokus steht eine Evaluation des teils umstrittenen Vorhabens, das seinerzeit unter dem Eindruck des Missbrauchsskandals ins Leben gerufen wurde. Zentrale Themen waren Macht, Rolle der Frauen, Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Der Vatikan zeigte dabei im Verlauf des Prozesses immer wieder Grenzen auf.
Der Synodale Weg wurde von der Deutschen Bischofskonferenz zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) initiiert. ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und der Bischofskonferenz-Vorsitzende Georg Bätzing stehen dem Projekt als Präsidenten vor. Der Limburger Bischof kündigte allerdings unlängst an, Ende Februar nicht wieder bei der Wahl des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz zu kandidieren.
In den vergangenen beiden Jahren bereitete ein Interimsgremium, der Synodale Ausschuss, die Einsetzung einer deutschlandweiten Synodalkonferenz vor. In dieser sollen die gemeinsamen Beratungen von Bischöfen und Laien verstetigt werden. Stimmt der Vatikan zu, könnte diese Synodalkonferenz im November ihre Arbeit aufnehmen.
Zudem bereitet die Synodalversammlung in Stuttgart die Wahl für die noch ausstehenden Mitglieder der künftigen Synodalkonferenz vor. Ihr sollen neben den 27 Ortsbischöfen und 27 ZdK-Vertretern auch noch 27 weitere Katholikinnen und Katholiken angehören.
15 Papiere beschlossen
Die inhaltliche Arbeit des Synodalen Wegs wurde auf der fünften Synodalversammlung im März 2023 beendet. Insgesamt verabschiedete das rund 230 Mitglieder umfassende Gremium 15 Papiere. Zu den greifbarsten Ergebnissen zählten die Liberalisierung des kirchlichen Arbeitsrechts in Deutschland sowie ein Text zu Segensfeiern auch für homosexuelle Paare.
Wie eine Synode hatte auch der Synodale Weg nur beratenden Charakter. Das letzte Wort bei einer möglichen Umsetzung der Beschlüsse in ihrer Diözese lag bei den Ortsbischöfen. Das sollte die Einheit mit der Weltkirche gewährleisten und einen nationalen Sonderweg verhindern. Auch die geplante Synodalkonferenz wird sich an die Vorgaben aus Rom zu halten haben.
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki sowie die Bischöfe Stefan Oster (Passau), Rudolf Voderholzer (Regensburg) und der inzwischen emeritierte Gregor Maria Hanke (Eichstätt) sehen das Projekt kritisch. Sie hatten zwar an den Sitzungen des Synodalen Wegs teilgenommen, nicht aber am Synodalen Ausschuss - unter Verweis auf Vorbehalte aus Rom.