Polnische Erzdiözese Krakau startet Sammlung für Kiew
26.01.202616:08
Polen/Ukraine/Kirche/Krieg/Hilfe
Kardinal Rys: "Wir können nicht gleichgültig bleiben" - Millionen Ukrainer bei eisiger Kälte von Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten
Krakau, 26.01.2026 (KAP/KNA) Der neue Krakauer Erzbischof, Kardinal Grzegorz Rys, hat angesichts der massiven Strom- und Heizungsausfälle in Kiew zu Spenden für die von Russland mit Raketen und Drohnen angegriffene ukrainische Hauptstadt aufgerufen. In seiner polnischen Erzdiözese werde die gesamte Kollekte vom nächsten Sonntag für die Hilfe für Kiew verwendet, kündigte Rys an. Er selbst werde den ersten Notstrom-Generator aus eigener Tasche bezahlen.
"Wir können nicht gleichgültig bleiben", erklärte der Kardinal auf der Internetseite der Erzdiözese Krakau. Es gehe um Menschenleben. Die in Kiew benötigten Geräte wie Stromgeneratoren und mobile Heizstationen seien nicht günstig, fügte er hinzu. Rys bat auch um Spenden auf ein Caritas-Konto. Er reagiert damit nach eigenen Worten auf einen Hilferuf des Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, Kiews Großerzbischof Swajtoslaw Schewtschuk.
Die russischen Streitkräfte hatten zuletzt wiederholt die Energieinfrastruktur der Ukraine beschossen und zum Großteil zerstört, sodass Millionen Ukrainer bei eisiger Kälte von der Strom- und Wärmeversorgung abgeschnitten waren. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte am Montag mit, 1.200 Wohnblöcke in Kiew seien weiter ohne Heizung. "Die Lage ist äußerst schwierig", schrieb er auf Telegram. In Polen ist die Spendenbereitschaft für die Ukraine aktuell groß. Seit Mitte Jänner sammelte allein die private Initiative "Wärme aus Polen für Kiew" nach eigenen Angaben umgerechnet knapp 1,5 Millionen Euro.