Übergabe des "Kreuzes der Sportler" an italienische Erzdiözese am Freitag - Basilika San Babila fungiert als "Olympiakirche" - Gottesdientge, Ausstellungen, Gesprächsabende und Rundgänge geplant
Mailand/Wien, 28.01.2026 (KAP) Mit Blick auf die Olympischen und Paralympischen Winterspiele 2026 startet die Erzdiözese Mailand am Donnerstag die Initiative "For Each Other". Das Programm begleitet die Olympischen Spiele vom 6. bis 22. Februar sowie die Paralympics vom 6. bis 15. März und läuft insgesamt bis Mitte März. Die Initiative soll für Athletinnen und Athleten, Delegationen sowie Besucher der Spiele abseits der Wettbewerbe Räume für Stille, Gebet und Begegnung schaffen.
Zum Auftakt der Initiative wird am Donnerstag bei einem Gottesdienst das sogenannte "Kreuz der Sportlerinnen und Sportler" an die Erzdiözese übergeben. Das Kreuz wurde 2013 von Papst Franziskus (2023-2025) gesegnet und ist seither traditionell in den Diözesen der jeweiligen olympischen Gastgeberstädte präsent. Den Eröffnungsgottesdienst wird der Mailänder Erzbischof Mario Delpini leiten; Schauplatz ist die Basilika San Babila im Stadtzentrum der norditalienischen Metropole. Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert wird während der Winterspiele als "Kirche der Athleten" fungieren.
Geplant sind regelmäßig stattfindende Gottesdienste in mehreren Sprachen, darunter Italienisch, Englisch, Französisch und Deutsch, um internationalen Gästen die Teilnahme zu ermöglichen. Darüber hinaus sind in mehreren Pfarren Veranstaltungen geplant, die sich an olympischen Werten wie Exzellenz, Freundschaft und Respekt orientieren. Vorgesehen sind Ausstellungen, Gespräche mit Sportlerinnen und Sportlern sowie Bildungsangebote für Jugendliche. Ehrenamtliche begleiten Besucherinnen und Besucher außerdem auf thematischen Rundgängen zu bedeutenden Kirchen im historischen Zentrum Mailands.
Mitgetragen wird das Projekt von der vatikanischen Bildungs- und Kulturbehörde. Präfekt Kardinal Jose Tolentino de Mendonca unterstrich in einer Stellungnahme die Rolle der Kirche bei der Förderung eines fairen und verantwortlichen Sportverständnisses. Die Kirche wolle den Wert des Wettbewerbs nicht in Frage stellen, aber dazu beitragen, dass er nicht von Individualismus geprägt sei, sondern auf das Gemeinwohl hin ausgerichtet bleibe.
Auch Österreichs "Olympia-Kaplan" vor Ort
Nicht nur vonseiten der Veranstalterregion, sondern auch in den nationalen Olympia-Delegationen ist die Seelsorge ein Thema. Österreichs "Olympia-Kaplan" Johannes Lackner bezeichnete es zuletzt im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress als Ziel, eine "performance-free Zone" zu schaffen, in der es nicht um Hundertstelsekunden gehe. Er hoffe auf viele Medaillen, so der Priester, gleichzeitig wolle er allen Sportlerinnen und Sportlern vermitteln: "Gott liebt jede und jeden von uns bedingungslos."
Am Mittwoch nahm der "Olympia-Kaplan" als Teil des Betreuerteams auch an der traditionellen Vereidigung und Verabschiedung von Österreichs Olympioniken bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Wiener Hofburg teil. Während der Spiele wird Lackner vor allem in Cortina d'Ampezzo sein, wo sich auch das Österreich-Haus der Athleten befindet.
Olympia- und Paralympics-Seelsorger über Sport-Seelsorge jenseits der Hundertstelsekunden - 115 österreichische Sportler bei Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina