Installation der Katholischen Jugend OÖ am Domplatz lädt von 18. Februar bis 4. April ein, Fragen nach Zugehörigkeit, Frieden und Menschlichkeit neu zu stellen - Stadtjugendreferent Samuel: "Heimat ist für viele etwas Fragiles"
Linz, 10.02.2026 (KAP) Am Linzer Domplatz soll im Rahmen der Fastenaktion der Diözese ein sichtbares Zeichen für Gemeinschaft und Zusammenhalt entstehen. Unter dem Motto "Shekinah - Bauen wir ein Zelt!" lädt die Katholische Jugend OÖ von 18. Februar bis 4. April besonders junge Menschen dazu ein, Fragen nach Zugehörigkeit, Frieden und Menschlichkeit neu zu stellen, erklärte Stadtjugendreferent Anson Samuel im Kathpress-Interview. Fix installierte Porträts von Raumgestalterinnen und Raumgestaltern in einem Zelt auf dem Domplatz wollen anregen, die Welt als "Zelt der Menschlichkeit" zu entdecken. In einer Zeit, in der Vertreibung, Flucht und Unsicherheit das Leben so vieler Menschen bestimmen, wolle das Projekt "Begegnung und Verständigung unter einem gemeinsamen Himmel fördern".
"Viele Jugendliche erleben heute eine Welt, die sich unsicher anfühlt - politisch, sozial, persönlich. Heimat ist für viele kein fixer Ort mehr, sondern etwas Fragiles", so Samuel. Gleichzeitig würden Menschen weltweit vertrieben werden und ihre Heimat verlieren. Daraus ergebe sich die zentrale Glaubensfrage: "Wo ist Gott, wenn nichts mehr stabil scheint?" Die Idee der Shekinah - die Gegenwart Gottes unter den Menschen - erzähle von einem Gott, "der nicht im Festgebauten wohnt, sondern im Zelt - unterwegs, nah bei den Menschen, besonders bei jenen, die keinen sicheren Platz haben", erklärte Samuel.
Die installierten Porträts am Domplatz erzählen unter anderem von Menschen, die als "Baumeisterinnen und Baumeister" wirken - Architekten, Planerinnen und Gemeindebauerinnen. Ihre Perspektiven sollen den Besucherinnen und Besuchern neue Blickwinkel eröffnen und zeigen, wie Verantwortung übernommen, Räume geöffnet und anderen Halt gegeben werden kann. Die Installation wird dabei von Impulsfragen begleitet, die die Jugendlichen zum Nachdenken anregen sollen: Woran baust du gerade? Was gibt dir Sicherheit? Oder wo fühlst du dich wirklich zu Hause?
"Das Zelt am Domplatz steht für einen Raum, in dem man ankommen darf, ohne perfekt sein zu müssen, und für eine Gemeinschaft, die offen bleibt für unterschiedliche Lebenswege und Erfahrungen", so Samuel. Es gehe um Solidarität, Perspektivenwechsel und die Erkenntnis: Frieden ist nicht geschenkt. "Frieden braucht Mut, Zuhören und die Bereitschaft, sich auf andere einzulassen. Ein Zelt zu bauen heißt auch: Ich mache Platz. Ich halte es aus, dass nicht alles gleich ist. Und ich trage mit anderen gemeinsam Verantwortung dafür, dass niemand ausgeschlossen wird."
Symbolisch unterstreiche das Zelt Offenheit, betonte Elisabeth Kreil aus dem Team der Fastenaktion: "Das Wort Zelt weckt viele Bilder - unterwegs sein, gemeinsam am Feuer sitzen, teilen, was da ist. Auch das Himmelszelt ist ein Zelt, das wir alle teilen." Das Zelt am Domplatz biete den Jugendlichen die Möglichkeit zu überlegen, was jede und jeder Einzelne zu einem gemeinsamen Zelt, in dem Geborgenheit, Gemeinschaft und Sicherheit herrscht, beitragen könne.