Tirol: Neue Perspektiven für Kloster Thurnfeld in Hall
30.01.202612:28
Österreich/Kirche/Orden/Kloster.Thurnfeld
Bischof Glettler feierte letzten Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche, nachdem sich kleine Schwesterngemeinschaft aufgelöst hat - Klostergebäude dient künftig u.a. als Depot für das Diözesanarchiv - Ebenso sind Wohneinheiten geplant
Innsbruck, 30.01.2026 (KAP) Am vergangenen Sonntag feierte Bischof Hermann Glettler den letzten Sonntagsgottesdienst in der Klosterkirche Thurnfeld in Hall in Tirol. Nachdem sich im vergangenen Jahr die örtliche kleine Schwesterngemeinschaft aufgelöst hatte, ging mit dem Gottesdienst nun eine 400-jährige geistliche Geschichte in Hall zu Ende. Wie die zukünftige Nutzung des Klosters Thurnfeld aussieht, werde derzeit gerade erarbeitet, teilte die Diözese Innsbruck in einer Aussendung am Freitag mit.
Seit 1525 war Thurnfeld mit einer Unterbrechung von 70 Jahren stets ein geistlicher Ort. Zunächst durch die Augustinerinnen, dann durch die Stiftsdamen des Haller Damenstifts und in den letzten 160 Jahren durch die Salesianerinnen vom Orden der Heimsuchung. Seit dem 19. Jahrhundert führten die Schwestern ein Internat für Mädchen, das jedoch in den 1960er Jahren zum Salesianischen Bubenheim umgestaltet wurde.
Zuletzt lebten nur mehr drei Schwestern im Kloster: Sr. Luzia verstarb am 1. März 2025, Sr. Krystina ging im November zurück in ihre Heimat Kroatien und Sr. Bernadette übersiedelte ins "Haus zum guten Hirten" der Barmherzigen Schwestern in Hall, wo sie laut Diözese eine gute Pflege erhält und am religiösen Angebot teilnehmen kann.
Bischof Glettler bedankte sich bei der kleinen Gottesdienstgemeinde, die in den vergangenen Jahren zusammen mit den Schwestern gefeiert hatte. Der Bischof ermutigte die kleine Gemeinschaft, in Zukunft die zahlreichen Sonntagsgottesdienste in den Ordensgemeinschaften und in der Stadt Hall zu nutzen.
Wie die Diözese zugleich mitteilte, würden zeitnah die Planungsarbeiten für die zukünftige Nutzung des Klosters Thurnfeld beginnen bzw. fortgesetzt werden. Ein Architektenwettbewerb sei bereits erfolgreich durchgeführt worden. So soll in den großzügigen Räumlichkeiten des ehemaligen Klosters das diözesane Archiv und Depot für Papierarchivalien sowie Kunst- und Kulturgüter errichtet werden. Diese Investition sei notwendig, weil nicht alle Pfarren die Möglichkeit haben, ihre historischen Dokumente und Kulturgüter den konservatorischen Notwendigkeiten entsprechend zu lagern. Ebenso sei die Errichtung von Wohnmöglichkeiten für die Mitglieder des Vereins Emmaus vorgesehen, der im Klosterareal eine alternative Landwirtschaft betreibt.