Kirche begeht Lichtmess und Blasius mit Kerzen- und Halssegnungen
31.01.202609:53
Österreich/Kirche/Brauchtum/Religionsritual/Religionsfest oder Feiertag/Glaube
Blasius-Segen soll gegen Halskrankheiten schützen
Wien, 31.01.2026 (KAP) Schutz vor Halskrankheiten und "Lichtmess-Kerzen" mit außergewöhnlicher Fürbittkraft: Die katholische Kirche begeht 40 Tage nach Weihnachten mit "Mariä Lichtmess" am Sonntag (1. Februar) ein Fest, das an die Darbringung Jesu im Tempel erinnert und mit Kerzensegnungen sowie Lichterprozessionen verbunden ist. Kurz darauf, am Dienstag (3. Februar), ist der Gedenktag des heiligen Blasius von Sebaste, der in der katholischen Tradition zu den "14 Nothelfern" gezählt wird. In vielen Pfarrgemeinden Österreichs wird an diesem Tag - bzw. oft auch bereits am Lichtmesstag - der traditionelle Blasius-Segen gespendet.
Der Blasius-Segen geht auf die Verehrung des im Jahr 316 enthaupteten Märtyrerbischofs Blasius zurück. Der Legende nach wurde einem Kind, das an einer Fischgräte zu ersticken drohte, durch den bischöflichen Segen das Leben gerettet. Beim Blasius-Segen hält ein Priester oder Diakon zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete und brennende Kerzen vor Gesicht und Hals der einzelnen Gläubigen und spricht die Worte "Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen."
Das davor liegende Fest "Darstellung des Herrn" erinnert daran, dass Jesus gemäß jüdischer Tradition 40 Tage nach seiner Geburt von seinen Eltern in den Tempel gebracht und durch ein Opfer ausgelöst wurde (vgl. Lk 2,22-40). Das christliche Fest entwickelte sich Ende des 4. Jahrhunderts in Jerusalem und wurde zunächst mit großer Festlichkeit begangen. Erst später kamen Kerzensegnungen und Lichterprozessionen hinzu, wodurch sich der Name "Mariä Lichtmess" einbürgerte. Die Segnung der Lichtmesskerzen ist seit dem 10. Jahrhundert belegt. Sie stehen symbolisch für Christus als "Licht der Völker" und "Licht der Welt". Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil galt Lichtmess als Abschluss der Weihnachtszeit; seit 1969 endet diese mit dem Fest der Taufe des Herrn.
Regionale Bräuche
In Kärnten wird rund um Lichtmess ein besonderer Brauch gepflegt: das "Kirchleintragen" in Bad Eisenkappel/Zelezna Kapla. Am Abend des 1. Februar ziehen Gläubige mit kleinen, von Kerzen erleuchteten Miniaturkirchen in Prozession zur Pfarrkirche und anschließend zur Vellach, wo die Kirchlein in den Fluss gesetzt werden. Der Brauch geht auf Überlieferungen aus dem Spätmittelalter zurück, als schwere Überschwemmungen das Tal heimsuchten.
Eine besondere Tradition in Tirol stellt die Segnung der sogenannten Blasiusbrezen in der Pfarre Völs dar. Die Brezen werden am Blasiustag - ob gekauft oder selbst gebacken - zum Segen gebracht. Die Geschichte des hier bestehenden Blasius-Messen-Bundes reicht ins 18. Jahrhundert zurück. Der Tag war jedoch wegen des Namens auch von Bewahrung vor Windgefahr geprägt.
Kirchen und Ikonografie
In Österreich sind mehrere Kirchen dem heiligen Blasius geweiht, darunter die Pfarrkirche in Fresach sowie die Filialkirche Mattling in der Pfarre Kornat. Zudem gibt es Kirchen mit einer Widmung an die 14 Nothelfer, etwa in Embach, Poitschach und Selesen. In der Diözese Innsbruck markiert das Fest Mariä Lichtmess in diesem Jahr den Auftakt zur "Pilgerschaft der Hoffnung", die im Kontext des Heiligen Jahres 2025 steht.
Die Ikonografie des heiligen Blasius - der nicht nur Bischof, sondern auch Arzt gewesen sein soll - unterscheidet sich je nach Region: Im Osten wird er meist als betagter Bischof mit Spitzbart und Buch dargestellt, während er im Westen mit Mitra, Bischofsstab und Kerzen erscheint. Seine Verehrung ist weit verbreitet, in Dubrovnik gilt der Heilige als Stadtpatron. Neben Kirchen tragen auch verschiedene Schützenbruderschaften seinen Namen.