Rom bremst den Ansturm auf eines seiner bekanntesten Wahrzeichen: Seit Montag kostet der Zugang zum Trevi-Brunnen zwei Euro. Dafür gibt es einen Premiumblick und Fotozeit. Von Kathpress-Rom-Korrespondentin Severina Bartonitschek
Rom, 02.02.2026 (KAP) Kein Gedränge, kein Gemecker, sondern einen Premiumplatz in der ersten Reihe: Viel Zeit können sich am Montag die Besucher des Trevi-Brunnens für Gruppenfotos und Selfies nehmen. Der Zugang zum Innenbereich der berühmten Sehenswürdigkeit ist seit dem Morgen nur noch mit einer Eintrittskarte möglich. Die meisten Touristen bleiben darum hinter der neuen Absperrung, die derzeit aus Drängelgittern und Textilband besteht. "Eigentlich ist der Blick von oben auf den Brunnen sowieso besser", sagt ein Schweizer Besucher.
Dennoch hat er vier Euro für zwei Tickets bezahlt, um mit seiner Tochter ein paar Bilder direkt am Beckenrand zu schießen. Am Eröffnungstag ist der Zugang von 9 bis 22 Uhr kostenpflichtig, genauso am Wochenende. An Werktagen gilt die Ticketpflicht zwischen 11.30 Uhr und 22 Uhr. Die Eintrittskarten für zwei Euro pro Person können online auf der Seite fontanaditrevi.roma.it erworben werden, in den städtischen Museen und in den Touristeninformationen. Ein Zeitfenster des Besuchs muss derzeit nicht festgelegt werden.
Direkt am Brunnen gibt es die Tickets gegen Kartenzahlung - an zehn mobilen "Kassen". Rechts des Denkmals steht Personal mit Geräten zur mobilen Zahlung bereit. Auf dem Beleg befindet sich ein QR-Code, der am Eingang gescannt wird. Lange anstehen muss am Montag niemand, direkt nach dem Ticketkauf geht es die Stufen runter zum Brunnen mit den gigantischen weißen Marmorfiguren. Neben Fotos ist dort auch der berühmte Münzwurf Brauch: Wer ein Geldstück über die Schulter in das Wasserbecken wirft, soll in die Ewige Stadt zurückkehren.
Manche Personen seien etwas verwirrt von den neuen Vorkehrungen, erzählt ein Ordner. Immer wieder muss er Besucher davon abhalten, den Innenbereich durch den Ausgang - und ohne Ticket - zu betreten. Doch Chaos habe es keines gegeben, sagt eine Ticketkontrolleurin. Wütende Reaktionen auf die neue Regelung seien laut der Ordner bislang ausgeblieben.
Neben den offiziellen Ticketverkäufern sorgen 15 Mitarbeiter für Sicherheit rund um die Wasserspiele, die täglich von rund 30.000 Menschen besichtigt werden. In Spitzenzeiten sind es bis zu 70.000 Besucher. Mit den Zugangsbeschränkungen will die Stadt Rom die Überfüllung direkt am Brunnenrand verhindern - zum Schutz des im Jahr 1762 fertiggestellten Monuments und auch, um das Besuchererlebnis zu verbessern.
Die Menschenmassen bleiben an diesem sonnigen Februarmontag aus. Zivilisiert rotieren die Schaulustigen an der Absperrung oberhalb des Brunnens - auch eine Schulklasse aus der Nähe von München. Die Einführung der Eintrittsgebühr fällt auf den ersten Tag ihrer Klassenfahrt nach Rom und darum gibt es keinen Blick vom Beckenrand. "Ist halt so", sagt die Lehrerin. Und eine Münze, meldet sich ein Schüler, könne man schließlich auch von hier oben werfen - mit ganz viel Schwung.