2020 hing das Leben von Jan Graubner am seidenen Faden. Doch er überstand Covid-19 und wurde sogar Prager Erzbischof. Nun hat Papst Leo XIV. den Bischof von Leitmeritz, Stanislav Pribyl, zum Nachfolger ernannt.
Vatikanstadt, 02.02.2026 (KAP) Wechsel an der Spitze der tschechischen Hauptstadtdiözese: Papst Leo XIV. hat den altersbedingten Amtsverzicht des Prager Erzbischofs Jan Graubner (77) angenommen. Zugleich ernannte er Stanislav Pribyl (54), bislang Bischof von Litomerice (Leitmeritz), zum neuen Primas von Böhmen, wie der Vatikan am Montag mitteilte.
Pribyl ist seit April 2025 Vize-Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz, deren Generalsekretär er zuvor war. Im November 2023 hatte ihn Papst Franziskus zum Leiter der Diözese Leitmeritz in Nordböhmen ernannt; die Bischofsweihe im März 2024 spendeten ihm Erzbischof Graubner und auch Kardinal Christoph Schönborn. Diese Verbindung zu Wien dürfte mit ein Grund gewesen sein, dass Pribyl einer der beiden Kokonsekratoren bei der jüngst erfolgten Weihe von Josef Grünwidl zum Wiener Erzbischof war.
1996 wurde Pribyl zum Priester geweiht. Er ist Mitglied des Redemptoristen-Ordens, dessen Provinzial er von 2002 bis 2011 war. Von 2004 bis 2008 war er Caritas-Präsident in der Erzdiözese Prag. Neben Doktortiteln in Theologie und Kunstgeschichte hat der Geistliche auch einen Master-Abschluss in Ökonomie und Management. Er spricht fließend Deutsch.
Graubner war 2020 schwer krank
Graubner hatte die Erzdiözese Prag seit 2022 als Nachfolger von Kardinal Dominik Duka geleitet und bereits im August 2023 sein 75. Lebensjahr vollendet. In diesem Alter müssen Bischöfe dem Papst laut Kirchenrecht ihren Amtsverzicht anbieten. Papst Franziskus (2013-2025) ließ ihm schon bei der Ernennung im Mai 2022 mitteilen, dass er noch für drei, vier Jahre mit ihm rechne.
Als Erzbischof von Olomouc (Olmütz) und Metropolit von Mähren hatte sich Graubner bereits auf seinen Ruhestand mit Erreichen der Altersgrenze vorbereitet. 2020 war er schwer an Covid-19 erkrankt. Am Ende konnte er seine Amtsgeschäfte aber doch wieder aufnehmen.