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Traditionalistische Piusbrüder wollen Bischöfe weihen

02.02.2026 15:39
(zuletzt bearbeitet am 02.02.2026 um 21:02 Uhr)
Frankreich/Vatikan/Kirche
Im Sommer wollen die traditionalistischen Piusbrüder neue Bischöfe weihen. Das Verhältnis der erzkonservativen Gruppe zum Vatikan dürfte sich damit verschlechtern.
Suresnes , 02.02.2026 (KAP/KNA) Die traditionalistische Piusbruderschaft will im Sommer neue Bischöfe weihen. Das kündigte der Generalobere der Gemeinschaft, Davide Pagliarani, am Montag in der französischen Ortschaft Flavigny-sur-Ozerain an. Die Weihen sollen demnach am 1. Juli stattfinden.

Der Schritt ist brisant, weil er die Gräben zwischen der Bruderschaft und dem Vatikan wieder vertiefen könnte. Die Gemeinschaft lehnt die Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) ab. Ihr Gründer, der 1988 exkommunizierte und somit aus der vollen kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossene französische Erzbischof Marcel Lefebvre (1905-1991), hatte 1976 gegen ein päpstliches Verbot Priester geweiht und damit die Priesterbruderschaft Sankt Pius X. innerkirchlich isoliert.

Sorge um Fortbestehen der Gemeinschaft

Die dadurch ausgelöste Auseinandersetzung erreichte 1988 mit der Weihe von vier eigenen Bischöfen und der Exkommunikation der Beteiligten ihren Höhepunkt. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) hob diese Exkommunikation zwar 2009 auf; zu einer theologischen Einigung kam es aber nicht. Von den 1988 geweihten vier Bischöfen leben nur noch zwei, weswegen sich die Piusbrüder offenbar um den Fortbestand ihrer Gemeinschaft sorgen.

Zweimal habe sich Davide Pagliarani in den zurückliegenden Monaten deswegen nach Rom gewandt, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Piusbrüder. In den vergangenen Tagen habe der Generalobere ein Schreiben des Heiligen Stuhls erhalten, "der unseren Forderungen in keiner Weise entspricht". Aus Sorge um das Seelenheil der Anhänger und mit Blick auf eine "objektive Lage der schweren Not" hielten Pagliarini und die Verantwortlichen der Gemeinschaft neue Bischofsweihen für unumgänglich.
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