Nigeria: Bewaffnete überfallen Kirchen, Kloster und Spital
04.02.202615:05
Nigeria/Gewalt/Kirche/Polizei
Plünderungen, Zerstörungen, Entführungen und ein Mord als traurige Bilanz - Banden konnten laut Berichten mehrere Stunden unbehelligt agieren
Abuja, 04.02.2026 (KAP) Bewaffnete Banden haben im nördlichen Zentralnigeria mehrere koordinierte Angriffe auf zivile und kirchliche Einrichtungen verübt. Betroffen waren am Sonntag, 1. Februar, die Verwaltungsbezirke Agwara und Mashegu im Bundesstaat Niger, wie die katholische Diözese Kontagora am Montag in einer offiziellen Erklärung bekanntgab.
In Agwara setzten die Angreifer laut dem Bericht zunächst in den frühen Morgenstunden eine Polizeistation in Brand und beschädigten sie schwer, ehe sie in ein Privathaus eindrangen und fünf Mitglieder einer Familie entführten; nur der Vater sei durch das Eingreifen der Polizei gerettet worden. In Brand gesetzt wurde zudem eine evangelische Kirche. Zahlreiche Bewohner seien infolge der Angriffe aus Angst in umliegende Busch- und Waldgebiete geflohen.
Ein weiterer Angriff in der Ortschaft Tugan Gero im Verwaltungsbezirk Mashegu sei gegen ein katholisches Kloster und ein angrenzendes kirchliches Spital gerichtet gewesen. Die Angreifer plünderten die Klinik, verwüsteten die Räumlichkeiten und beschädigten medizinische Geräte und Einrichtungen erheblich, wogegen es den Ordensfrauen gelungen sei, rechtzeitig zu fliehen und sich in der Umgebung zu verstecken, hieß es.
Auch ein Todesopfer gab es: den Passagier eines vorbeifahrenden Fahrzeuges, auf das die Angreifer schossen. Mehrere weitere darin befindliche Personen wurden entführt, unter ihnen auch der Pförtner des Spitals. Auch hier wurde eine Kirche angegriffen und mehrere Menschen verschleppt. Augenzeugen berichteten, dass die Banden mehrere Stunden weitgehend unbehelligt agierten, bevor sie sich zurückzogen.
Die Diözese Kontagora erhob in ihrer Erklärung gravierende Sicherheitsbedenken infolge der Angriffe, insbesondere was die Situation religiöser Gemeinschaften, Gesundheitseinrichtungen und von Dörfern betrifft. Besonders besorgniserregend sei, dass ein katholisches Kloster und eine medizinische Einrichtung gezielt angegriffen worden seien, die der Gesundheitsversorgung und humanitären Hilfe dienten.
Die Polizei des Bundesstaates Niger bestätigte laut einem Bericht der römischen Nachrichtenagentur Fides den Angriff auf die Bezirksstelle in Agwara. Demnach sei die Station mit Dynamit gesprengt worden. Die Behörden bestätigten zudem die Entführung von mindestens fünf Personen in Agwara.
Zu Monatsbeginn ist ein kleines Militärkontingent der USA in Nigeria eingetroffen, das die lokalen Behörden im Kampf gegen bewaffnete Gruppen - von denen einige auch dschihadistischen Hintergrund haben - unterstützen soll. Die US-Soldaten sollen vor allem nachrichtendienstliche Hilfe leisten, hieß es.