Leo XIV. bei Audienz für Kinderschutzorganisationen: Rückschläge und fehlender Zugang vieler Kinder zum Notwendigsten eine "Tragödie"
Vatikanstadt, 05.02.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat einen verstärkten Einsatz für den weltweiten Schutz von Kindern gefordert und fehlende Fortschritte kritisiert. Bei einer Audienz mit in diesem Bereich tätigen Organisationen am Donnerstag im Vatikan sagte er: "Leider stelle ich fest, dass sich die Situation der Kinder im vergangenen Jahr nicht verbessert hat, und es ist auch sehr besorgniserregend, dass es keine Fortschritte beim Schutz der Kinder vor Gefahren gibt."
Es sei "in der Tat eine Tragödie", dass Kinder und Jugendliche weltweit "so oft der Fürsorge und des Zugangs zu den grundlegenden Notwendigkeiten des Lebens beraubt sind", betonte der Papst. Viele hätten zudem "nur wenige Möglichkeiten, ihr von Gott gegebenes Potenzial zu entfalten". Angesichts extremer Armut, von Missbrauch und gewaltsamer Vertreibung müsse man sich fragen, "ob die globalen Verpflichtungen für eine nachhaltige Entwicklung beiseitegeschoben wurden". Zahlreiche Kinder hätten keine ausreichende Bildung und seien "isoliert oder von ihren Familien getrennt".
Zugleich unterstrich Leo XIV. die zentrale Rolle der Familie. Er erinnerte an das Recht des Kindes, "die Liebe einer Mutter und eines Vaters zu empfangen; beide sind notwendig für eine ganzheitliche und harmonische Entwicklung des Kindes". Weiters bekräftigte er "die tiefe Sicht des Lebens als ein Geschenk, das zu bewahren ist, und der Familie als seiner verantwortlichen Hüterin". Es sei "beklagenswert, dass öffentliche Mittel dafür verwendet werden, Leben zu unterdrücken, anstatt Mütter und Familien zu unterstützen".
Der Papst würdigte zudem den Einsatz von Kinderschutzorganisationen, die "im Namen jener sprechen, die keine Stimme haben", und bezeichnete diese Aufgabe als "wirklich edel". Auch bei Rückschlägen gelte: "Lasst euch von dem Guten, von dem ihr wisst, dass ihr es tut, vorantragen." Abschließend rief er dazu auf, die "übergreifenden Bedürfnisse der Kinder" stärker zu berücksichtigen und die Zusammenarbeit zu vertiefen, damit ihr "körperliches, psychologisches und geistliches Wohlergehen" ausgewogen in den Blick genommen werde.