Festmesse mit Apostolischem Nuntius und feierliche Wiedereröffnung der Schatzkammer
Wien, 06.02.2026 (KAP) Der Deutsche Orden lädt am Sonntag, 8. Februar, wieder zum traditionellen Gründungsfest. Dem Festgottesdienst um 10 Uhr in der Deutschordenskirche in Wien (Singerstraße 7) wird der Apostolische Nuntius Erzbischof Pedro López Quintana vorstehen. Er wird auch die Predigt halten. Die musikalische Gestaltung liegt bei "Ars Musica". Im Anschluss an den Festgottesdienst findet die feierliche Wiedereröffnung der Schatzkammer des Deutschen Ordens statt. In der Schatzkammer wurde in den vergangenen Monaten ein neues umfassendes Beleuchtungskonzept umgesetzt, das es den Besucherinnen und Besuchern ermöglichen soll, die Kunstschätze und historischen Exponate noch besser zu betrachten. Die Schatzkammer ist ab 16. Februar wieder geöffnet.
Der Deutsche Orden, dessen Mitglieder sich nach dem ehemaligen deutschen Spital in Jerusalem "Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem" nannten, wurde 1190 in Akkon gegründet, zunächst als Spitalbruderschaft und seit 1198 auch als ritterliche Gemeinschaft zum Schutz der Pilger im Heiligen Land. Nach Johannitern und Templern war der Deutsche Orden der dritte der großen geistlichen Ritterorden der Kreuzzugszeit. Am 6. Februar 1191 wurde der Orden von Papst Clemens III. als Hospitalbruderschaft anerkannt und unter päpstlichen Schutz gestellt.
Heute ist der Orden in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Tschechien und der Slowakei vertreten und widmet sich neben der Seelsorge vor allem der Sorge um Kranke, Behinderte und alte Menschen. In der Gemeinschaft wirken rund 300 Priester und Ordensschwestern sowie rund 950 "Familiaren" - Laienmitglieder, die sich den Ordensidealen durch ein Versprechen gegenüber dem Hochmeister verpflichten - an. Das Ordensgewand zeigt ein schwarzes Kreuz auf weißem Grund. Niederlassungen in Österreich gibt es in Wien, Gumpoldskirchen, Wildbad, Spannberg, Palterndorf und Friesach. Österreich und Italien bilden eine gemeinsame Provinz, ebenso Tschechien, die Slowakei und Slowenien.
Seit 1809 ist der Sitz des Hochmeisters und damit das Zentrum des Deutschen Ordens in der Singerstraße in der Wiener Innenstadt. Damit gehört der "Ordo Teutonico" zu den wenigen kirchlichen Institutionen, deren Generaloberer seine Residenz nicht in Rom hat. Bei den Deutschordensschwestern gibt es zwei selbstständige Häuser in Lana (Südtirol) und Passau (Bayern). In diesem Jahr sollen auf einem Generalkapitel die Strukturen des Ordens überarbeitet werden.