Päpstliches Hilfswerk unterstützt seit Jahren Aufklärungs- und Hilfsprogramme in Äthiopien - Immer noch jährlich vier Millionen Mädchen und Frauen von grausamer Misshandlung betroffen
Wien, 06.02.2026 (KAP) Der 6. Februar ist der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung. Weltweit gilt diese Praxis als schwere Menschenrechtsverletzung. Dennoch seien jedes Jahr rund vier Millionen Mädchen und Frauen von dieser grausamen Misshandlung betroffen, wie Missio Österreich am Freitag in einer Aussendung anprangerte. Das Päpstliche Hilfswerk unterstützt seit Jahren Aufklärungs- und Hilfsprogramme in Äthiopien und will anlässlich des Gedenktages auf das Leid von betroffenen Frauen und Mädchen aufmerksam.
Weltweit haben laut UNICEF-Daten 230 Millionen Mädchen und Frauen eine weibliche Genitalverstümmelung erfahren. Afrika macht mit über 144 Millionen den größten Anteil an dieser Gesamtzahl aus. In Äthiopien hätten rund 65 Prozent der Frauen und Mädchen im Alter zwischen 15 und 49 Jahren Genitalverstümmelung erfahren. Obwohl diese seit 2004 gesetzlich verboten ist, werde sie vor allem in ländlichen Regionen weiterhin durchgeführt, so Missio. Gleichzeitig zeigten sich aber erste Erfolge. Durch gezielte Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit seien die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig, hieß es in der Missio-Aussendung.
Gemeinsam mit kirchlichen Projektpartnern vor Ort setzt Missio Österreich etwa in der Stadt Hosanna sowie in den umliegenden ländlichen Gebieten auf ein breit angelegtes Aufklärungsprogramm: in der Gesellschaft, bei religiösen Führern, in Schulen, bei Behörden und in den Medien. Spezielle Workshops richten sich gezielt an Frauengruppen. Darüber hinaus entwickeln Missio-Partner gemeinsam mit lokalen Radiosendern sowie zahlreichen Social-Media-Akteuren Sendungskonzepte, um die physischen und psychischen Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bereits beschnittene Mädchen bekommen zudem "Dignity kits" für die Monatshygiene und können psychosoziale Unterstützung, sowie eine medizinische Untersuchung in Anspruch nehmen.
Es sei wichtig, diese Thematik ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, so die Missio-Expertin Helga Prühlinger, "damit alle scheinbaren Rechtfertigungsgründe ein nicht beschnittenes Mädchen sei schmutzig, könne nicht verheiratet werden und sei sexuell überaktiv - als Lügen entlarvt werden und die Frau als dem Mann als gleich an Wert und Würde anerkannt wird, ohne an ihr einen unwiderruflichen, entwürdigenden und extrem schmerzhaften Eingriff vornehmen zu müssen".