Papst fordert Kampf gegen Menschenhandel: "Schweres Verbrechen"
06.02.202615:06
Vatikan/Papst/Menschenrechte/Menschenhandel
Botschaft von Leo XIV. anlässlich des katholischen Welttags gegen Menschenhandel (8. Februar)
Vatikanstadt, 06.02.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat zu einem stärkeren Einsatz gegen Menschenhandel aufgerufen. Es sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, so Leo XIV. in seiner Botschaft anlässlich des katholischen Welttags gegen Menschenhandel. Der von seinem Vorgänger Franziskus eingeführte Tag wird jährlich am 8. Februar begangen.
"Wahrer Friede beginnt mit der Anerkennung und dem Schutz der von Gott gegebenen Würde jedes Menschen", schreibt Leo XIV. Ihre Missachtung hingegen schüre diese Plage, von der Frauen und Kinder am stärksten betroffen seien. "Geopolitische Instabilität und bewaffnete Konflikte schaffen einen fruchtbaren Boden für Menschenhändler, um die Schwächsten, insbesondere Vertriebene, Migranten und Flüchtlinge, auszubeuten."
Als besonders beunruhigend bezeichnete der Papst die Zunahme der sogenannten Cyber-Sklaverei. Menschen würden etwa in Online-Betrug oder Drogenschmuggel verwickelt. "In solchen Fällen werden die Opfer dazu gezwungen, die Rolle des Täters zu übernehmen, was ihre seelischen Wunden noch verschlimmert", so Leo XIV. Diese Formen der Gewalt seien keine Einzelfälle, sondern Symptome einer Kultur, die vergessen habe, wie man liebt.
Der Papst fordert eine höhere Aufmerksamkeit für derlei Praktiken. "Bewusstseinsbildung ermöglicht es uns, die verborgenen Mechanismen der Ausbeutung in unserer Nachbarschaft und im digitalen Raum zu erkennen", so Leo XIV.: "Letztendlich kann die Gewalt des Menschenhandels nur durch eine neue Sichtweise überwunden werden, die jeden Menschen als geliebtes Kind Gottes betrachtet."