Bischöfe weisen Kritik der Oppositionspartei PS zurück, das Abkommen komme nur einer Kirche zugute und gefährde die staatliche Neutralität
Bratislava, 06.02.2026 (KAP) In der Slowakei ist eine politische Debatte über den Inhalt und die Rolle des Konkordats mit dem Heiligen Stuhl entbrannt. Zentrale Akteure bezogen anlässlich des 25. Jahrestags des bilateralen Abkommens Stellung, darunter die Slowakische Bischofskonferenz sowie die Oppositionsparteien Progressive Slowakei (Progresívne Slovensko - PS) und die Christlich-demokratische Bewegung (Krestanskodemokratické hnutie - KDH).
Die Bischofskonferenz betonte in einer Erklärung vom Montag, dass das Konkordat als völkerrechtliches Abkommen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Slowakei "nicht über Privilegien, sondern über einen rechtlichen Rahmen und klare Regeln für die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche" verfüge. Der Vertrag ermögliche der Kirche, "frei ihre Mission im Dienst des Gemeinwohls, nicht nur für die Gläubigen, sondern für alle Bürger" zu erfüllen, etwa in den Bereichen Bildung, soziale Solidarität und Gesundheit. Zugleich unterstrichen die Bischöfe, dass ein demokratischer Staat die spirituelle und religiöse Dimension des gesellschaftlichen Lebens berücksichtigen solle.
Die Bischöfe reagierten damit auf die Kritik der oppositionellen Progresívne Slovensko (PS) vom vergangenen Wochenende. Die Partei hält das Konkordat für überholt, da es nur einer Religionsgemeinschaft Vorteile verschaffe und die Neutralität des Staates gefährde. "Ein internationales Abkommen mit einer einzelnen Kirche entspricht nicht den Prinzipien eines säkularen und demokratischen Staates", erklärte PS und forderte eine Diskussion über die Rechtfertigung der bestehenden Regelung.
Am Dienstag wies die Christlich-Demokratische Bewegung (KDH) die PS-Forderungen entschieden zurück. Nach Ansicht der mit elf Parlamentssitzen vertretenen Kleinpartei diene das Konkordat allen christlichen Kirchen und anerkannten Religionsgemeinschaften. KDH-Vorsitzender Milan Majersky betonte, dass Verträge dieser Art allen registrierten Kirchen gleichwertige Rechte zusichern und keine privilegierte Stellung einzelner Religionsgemeinschaften begründen. Majersky erklärte zudem, dass seine Partei nicht mit politischen Kräften zusammenarbeiten werde, die das Konkordat in Frage stellten.