Austausch von "Bildungsbischof" Krautwaschl und Verantwortlichen der kirchlichen Erwachsenenbildung mit Wissenschaftsministerin
Wien, 07.02.2026 (KAP) Der steirische Bischof Wilhelm Krautwaschl, in der Bischofskonferenz für Bildungsfragen zuständig, ist mit Ministerin Eva-Maria Holzleitner zusammengetroffen. An dem Gespräch im Wissenschaftsministerium in Wien nahmen auch Bernd Wachter, Bundesgeschäftsführer des Forums Katholischer Erwachsenenbildung, und Martina Platter, Leiterin des Katholischen Bildungswerks der Diözese Graz-Seckau, teil. Im Fokus des Austausches standen dabei aktuelle Gesetzesvorhaben und die Bedeutung der kirchlichen Erwachsenenbildung, wie das Forum am Samstag in einer Aussendung mitteilte.
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildungseinrichtungen ist die Dachorganisation der kirchlichen Erwachsenenbildung in Österreich. Im Gespräch mit Bundesministerin Holzleitner habe man die großen Themenfelder der katholischen Erwachsenenbildung, wie Demokratiebildung, Familien- und Elternbildung, Frauenbildung, Senior:innenbildung und ethisch-religiöse Bildung erörtern können, hieß es.
Das Forum Katholischer Erwachsenenbildung sei mit seinen 70 Einrichtungen in ganz Österreich ein wesentlicher Teil in der Landschaft der Erwachsenenbildung, betonte Bischof Krautwaschl. 530.000 Teilnehmende konnten etwa 2024 bei Vorträgen, Kursen und Seminaren begrüßt werden. Im Blick auf die im Regierungsprogramm vorgesehene Life-Long-Learning-Strategie des Bundes (LLL-Strategie) sowie ein neues Erwachsenenbildungsgesetz habe Bischof Krautwaschl zudem die Dringlichkeit der Erwachsenenbildung im Bereich ethisch-religiöser Fragen hervorgehoben.
Holzleitner habe sich ihrerseits beeindruckt über die Breite und Größe der kirchlichen Erwachsenenbildung in Österreich gezeigt, hieß es in der Aussendung weiter. "Erwachsenenbildung und auch die Möglichkeit zur Begegnung und zum Austausch sind gerade im Blick auf die vielen gesellschaftlichen Herausforderungen ganz zentral und wichtig", so Holzleitner. Erwachsenenbildung wirke gegen populistische Vereinfachungen und ermögliche den so notwendigen Diskurs über gesellschaftliche Fragen und Entwicklungen.
Martina Platter, Geschäftsführerin des Katholischen Bildungswerks Steiermark und Bereichsleiterin der kirchlichen Erwachsenenbildung der Diözese, erläuterte den Ansatz der kirchlichen Erwachsenenbildung in der Steiermark: "Wir sind mit 2.000 Veranstaltungen und 35.000 Teilnahmen Bildungsnahversorger und erreichen die Menschen auch dort, wo andere Bildungsstrukturen nicht mehr vorhanden sind." Diese Arbeit werde wesentlich durch das Ehrenamt getragen. 160 Bildungsverantwortliche und 150 Eltern-Kind-Gruppenleitende seien in der Steiermark tätig und würden von hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen unterstützt, erläuterte Platter.
Forum-Geschäftsführer Wachter betonte den spezifischen Wert und Charakter der gemeinnützigen Erwachsenenbildung. Er verwies auf das Mission Statement des Forums: "Wir optimieren nicht Gewinn, sondern erweitern soziale und menschliche Kompetenz". Mit den 600 Hauptamtlichen in den 70 Mitgliedseinrichtungen, den rund 11.000 ehrenamtlichen Mitarbeitenden des Forums, den Bildungswerken in den Pfarrgemeinden und vielen Kooperationen sei es möglich, täglich an mehr als 2.700 Standorten in ganz Österreich Bildung zu den Menschen zu bringen.
Die Erwachsenenbildung sei zudem ein wichtiger Ort für einen kontinuierlichen Dialog über ethische und religiöse Fragen. "Hier gibt es ein steigendes Interesse zur Orientierung und Einordnung", so Wachter.