Leo XIV. beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz: "Versichere allen Opfern von Gewalt und Terrorismus meine Verbundenheit im Gebet"
Vatikanstadt, 08.02.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die brutalen Angriffe auf verschiedene Gemeinden in Nigeria verurteilt. Die Attacken mit vielen Toten hätten bei ihm Schmerz und Sorge ausgelöst, sagte Leo XIV. am Sonntag beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz. "Ich versichere allen Opfer von Gewalt und Terrorismus meine Verbundenheit im Gebet". Zudem hoffe das Kirchenoberhaupt, dass die zuständigen Behörden weiterhin entschlossen daran arbeiteten, die Sicherheit und den Schutz des Lebens jedes Bürgers zu gewährleisten.
Damit reagierte der Papst auf diverse Angriffe der vergangenen Tage in Nigeria. Sowohl im Westen als auch im Norden des Landes hatten schwer bewaffnete Banden mehrere Dörfer überfallen, Menschen verschleppt und getötet. Neben islamistischen Attacken kommt es landesweit immer wieder zu Entführungen und Überfällen durch bewaffnete Banden. Das gilt zunehmend auch in Gegenden, die früher als vergleichsweise stabil galten.
Machtstrategien bieten keine Zukunft
Leo XIV. erneuerte zudem seine Kritik an Machtpolitik jeglicher Art. "Die Strategien der wirtschaftlichen und militärischen Macht - das lehrt uns die Geschichte - bieten der Menschheit keine Zukunft", betonte das Kirchenoberhaupt. Es gelte, weiterhin für den Frieden zu beten. "Die Zukunft liegt im Respekt und in der Geschwisterlichkeit zwischen den Völkern", so Papst Leo.
Bei dieser Gelegenheit erinnerte er auch an den spanischen Priester Salvador Valera Parra, der am Samstag in Huércal-Overa im Rahmen einer von Kardinal Marcello Semeraro geleiteten Feier seliggesprochen worden war. Bei ihm handle es sich um einen "Pfarrer, der sich ganz seinem Volk verschrieben hatte, demütig und fürsorglich in seiner pastoralen Nächstenliebe", würdigte Leo XIV.: "Sein Beispiel als Priester, der sich auf das Wesentliche konzentrierte, ist ein Ansporn für die Priester von heute, im Alltag treu zu sein und ein einfaches und genügsames Leben zu führen."
Papst versichert Unwetter-Opfern seine Nähe
Papst Leo XIV. hat zudem den Betroffenen der jüngsten schweren Unwetter seinen Beistand zugesichert. Er bete für die Bevölkerung Portugals, Marokkos, Spaniens, und insbesondere für die Menschen in Andalusien und Süditalien, sagte der Papst. Im Speziellen erwähnte Leo XIV. die Gemeinde Niscemi auf Sizilien, die von einem gewaltigen Erdrutsch betroffen ist. Rund 1.500 Menschen mussten ihre Häuser an der Abbruchkante verlassen. "Ich ermutige die Gemeinden, unter dem mütterlichen Schutz der Jungfrau Maria vereint und solidarisch zu bleiben", sagte der Papst.
Im "theologischen" Teil des Sonntagsgebetes sprach Papst Leo von der leisen Kraft des Glaubens. Er ging auf das Sonntagsevangelium von den Seligpreisungen ein. Die Seligpreisungen würden eine Haltung beschreiben, die Leben verändert. Wahre Freude entstehe dort, wo Menschen sich für Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Einfachheit entscheiden - und in unscheinbaren Gesten eine Kraft wirken lassen, die die Dunkelheit vertreibt und Wunden heilt, so Papst Leo.