Die orthodoxe Fastenzeit beginnt heuer am 23. Februar
10.02.202611:07
Österreich/Kirche/Orthodoxie/Fastenzeit
Ostern feiern orthodoxe Christen heuer am 12. April - Woche vor der Fastenzeit wird in der Orthodoxie als "Butterwoche" oder auch "Käsewoche" bezeichnet
Wien, 10.02.2026 (KAP) Für die orthodoxen Christinnen und Christen in Österreich wie auch weltweit beginnt die Fastenzeit heuer am Montag, dem 23. Februar. Ostern wird in den orthodoxen Kirchen heuer erst am 12. April und damit eine Woche nach den Kirchen der westlichen Tradition gefeiert. Der unterschiedliche Ostertermin, von dem aus sich auch die Fastenzeit bestimmt, geht auf verschiedene Berechnungsarten zurück. So bestimmen die Ostkirchen den Ostertermin nach dem Julianischen Kalender und nach einer anderen Methode als die Westkirchen, die die Gregorianische Kalenderreform des 16. Jahrhunderts vollzogen. Die Ostertermine können deshalb im Extremfall bis zu fünf Wochen auseinander fallen - oder auch zusammenfallen, wie es 2025 der Fall war.
Die vorösterliche Fastenzeit dauert in der Orthodoxen Kirche immer zwei Tage länger als in der Katholischen. Sie beginnt nicht mit dem Aschermittwoch, den es in dieser Form nicht gibt, sondern mit dem sogenannten "Reinen Montag" (heuer 23. Februar). Zudem hat auch schon die Woche vor der Fastenzeit in der Orthodoxie eine besondere Bedeutung: Mit dem "Sonntag der Fleischentsagung" beginnt die sogenannte "Butterwoche" oder auch "Käsewoche". Es ist die Zeit, in der kein Fleisch mehr gegessen wird, und in der man die Vorräte an Milchprodukten und Eiern verbrauchen soll. Unmittelbar vor der eigentlichen Fastenzeit steht der "Sonntag der Vergebung".
Damit aber noch nicht genug: Dass das Fasten in der Orthodoxie einen so hohen Stellenwert hat, wird auch dadurch unterstrichen, dass es vor der Fastenzeit eine sogenannte Vorfastenzeit gibt. Diese hat heuer bereits am 1. Februar begonnen. Seither und bis Ostern wird in den Gottesdiensten das sogenannte "Triodion" verwendet - ein liturgisches Buch mit Texten, die auch schon vor der eigentlichen Fastenzeit auf den tieferen Sinn dieser Zeit hinweisen.
Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) hat in seiner Botschaft zum Beginn der Vorfastenzeit dazu aufgerufen, sich in einer Zeit des Lärms und der Polarisierungen um Einkehr und Umkehr zu bemühen, "dass wir das Herz vor Zorn und Spaltung hüten und Liebe, Dankbarkeit und Demut pflegen". Die Kirche sei dazu berufen, "ein Ort der Unterscheidung, der Heilung und der Versöhnung zu bleiben. Sie soll sich nicht von Sprachen der Anklage und Dämonisierung mitreißen lassen, sondern das Ethos der Liebe, der Wahrheit und der Freiheit der Kinder Gottes bewahren", so der Metropolit laut einem Bericht des "Pro Oriente"-Informationsdienstes.
Zurück zur eigentlichen Fastenzeit: Der "Reine Montag" ist gemeinsam mit dem Karfreitag für orthodoxe Gläubige der wichtigste Fasttag des Jahres. Auf die ersten 40 Tage des "Großen Fastens" folgen der Lazarus-Samstag, der Palmsonntag und die Karwoche.
Während des Fastens dürfen in der Orthodoxen Kirche keine tierischen Erzeugnisse gegessen werden. Dazu zählen neben Fleisch auch Milchprodukte, Eier und Fisch. Am "Reinen Montag" und am Karfreitag sollen die Gläubigen überhaupt aufs Essen verzichten.
Weitere bedeutende Fastenzeiten in der Orthodoxen Kirche gibt es vor Weihnachten - vergleichbar dem Advent, allerdings mit 40 Tagen deutlich länger als dieser -, vor dem Fest der Heiligen Petrus und Paulus (29. Juni) sowie vor dem Fest der Entschlafung Mariens (katholisch: Aufnahme Mariens in den Himmel) am 15. August. Die Gläubigen bereiten sich darauf mit einem rund zweiwöchigen Fasten vor. Außerdem sind mit wenigen Ausnahmen auch jeder Mittwoch und Freitag Fasttage in der Orthodoxen Kirche. Der Mittwoch erinnert an den Verrat Jesu durch Judas, der Freitag an den Kreuzestod Jesu. Dazu kommen noch einige weitere einzelne Fasttage im Laufe des Kirchenjahres.
Einen guten Über- und Einblick in die "Große und Heilige Fastenzeit 2026" bzw. in den gesamten Fastenkalender 2026 der Orthodoxen Kirche bietet die deutschsprachige Gemeinde der Metropolis von Austria unter: https://www.orthodoxie.at/gemeinde/