Linzer Altbischof fand auf eigenen Wunsch in der Äbtegruft seines Heimatklosters in der Steiermark seine letzte Ruhestätte
Graz, 09.02.2026 (KAP) Der verstorbene Linzer Altbischof Maximilian Aichern ist am Montag in seinem Heimatstift St. Lambrecht in der Steiermark beigesetzt worden. Nach dem feierlichen Requiem für Aichern am Samstag im Linzer Mariendom war der Sarg nach St. Lambrecht überstellt worden, wo Aichern ab Sonntag aufgebahrt war. Dem Requiem in der Stiftskirche am Montagnachmittag stand der Abtpräses der Benediktiner, Johannes Perkmann, vor. Danach folgt die Einsegnung durch den Grazer Bischof Wilhelm Krautwaschl und die Beisetzung in der Äbtegruft der Stiftskirche von St. Lambrecht unter der Leitung von Abt Alfred Eichmann.
Aichern war 1954 in das Stift eingetreten und stand ihm von 1977 bis 1982 als Abt vor. Er wurde auf eigenen Wunsch in der Äbtegruft beigesetzt; dort, wo sein Vorgänger als Abt, Wilhelm Blaindorfer, 1977 bestattet worden war. Aichern ist am 31. Jänner im 94. Lebensjahr verstorben.
Die erste Einsegnung übernahm Bischof Krautwaschl, der dabei sehr persönliche Worte fand: "Kurz nach Deiner Ernennung haben wir beide uns hier in diesem Haus kennengelernt, lieber Bischof Maximilian. Mir begegnete damals - ich war Seminarist im ersten Semester - ein offenherziger Mensch, der davon geprägt war, das Evangelium im Heute zu leben und alles daran zu setzen, dass der Mensch ein Mensch bleibt. Danke für Dein Leben und Dein Lebenszeugnis", so Bischof Krautwaschl.
Abtpräses Perkmann sprach in seiner Predigt einmal mehr vom großen "Menschenfreund" Maximilian Aichern, für den Freundschaft so wichtig war - mit den Menschen und mit Jesus Christus. "Maximilian Aichern war der jüngste Abt von St. Lambrecht, er war zeit seines Lebens bescheiden und einfach, immer besorgt um seine Mitbrüder und die Menschen in seiner Umgebung. Immer war er Hirte, guter Vater und väterlicher Freund". Aichern habe auch viel Bitterkeit ertragen müssen, übertauchte dies jedoch mit seiner Freude am Guten und durch den Kontakt per Telefon und mit vielen Briefen, die er bis zuletzt geschrieben habe. "Danke, Bischof Maximilian, für Deine Freundschaft", so der Abtpräses.
Für das Land Steiermark formulierte Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Kohm Worte des Gedenkens: "Er war ein glühender Europäer, der meinte, wir müssen die Menschen hereinlassen, statt sie auszugrenzen. Bis zuletzt hat er gemeint, nicht volle Moscheen machen im Sorgen, sondern leere Kirchen. Er war ein guter Zuhörer, immer wertschätzend, immer unterstützend, immer ein Freund und immer interessiert an St. Lambrecht. Dort war er zu Hause."
Die Beisetzung in der Äbtegruft der renovierten Stiftskirche übernahm Abt Eichmann: "Vor einem Jahr hat Bischof Maximilian das 70. Professjubiläum gefeiert. Seine Urkunde hat er unterschrieben mit Altbischof von Linz und Altabt von St. Lambrecht. St. Lambrecht war seine erste Liebe, die er nie vergessen hat. Er wusste, wo er hingehört. Dieses Vertrauen lösen wir nun ein, indem wir ihn zu seinem Vorgänger legen." - Nach einem "Salve Regina" verschwand der Sarg im Boden des linken Seitenschiffs der Stiftskirche.
Neben vielen Gläubigen aus nah und fern, Äbtissinnen, Äbten, Ordensoberen und Kanonikern nahmen am Begräbnis u.a. auch Erzbischof Franz Lackner (Salzburg), die Bischöfe Wilhelm Krautwaschl (Graz-Seckau), Manfred Scheuer (Linz), Josef Marketz (Gurk), Ägidius Zsifkovics (Eisenstadt), Ivo Muser (Bozen-Brixen), Bischof em. Stansilav Lipovsek aus Slowenien und der Grazer Weihbischof Johannes Freitag teil. Die Politik war durch Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom und die Altlandeshauptmänner Hermann Schützenhöfer und Josef Pühringer vertreten. Die letzte Ehre erwiesen Aichern weiters etwa auch der Präsident der Katholischen Aktion Österreich, Ferdinand Kaineder, der steirische KA-Präsident Andreas Gjecaj und die frühere Kärntner KA-Präsidentin Rolanda Honsig-Erlenburg.