Christen, Islam und Buddhisten kooperieren bei Erasmus-Projekt "Religions4Ecology" für Ökologie und nachhaltige Bildung
Wien, 12.02.2026 (KAP) Bei Fragen zu Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit und Bildung teilen die verschiedenen Religionen Anliegen und können gut kooperieren: Das zeigt eine interreligiöse Erklärung, die laut Mitteilung der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Niederösterreich (KPH Wien/NÖ) vom Donnerstag in Wien unterzeichnet wurde. Vertreter aus Christentum, Islam und Buddhismus, die sich am Projekt "Religions4Ecology" im Rahmen von Erasmus+ beteiligen, verpflichten sich darin zu Klimagerechtigkeit, ökologischer Verantwortung und verstärkter Zusammenarbeit auf diesem Bereich über Religionsgrenzen hinweg.
Erarbeitet wurde die Erklärung mit dem Titel "Climate Justice and Sustainability: An Interreligious Commitment" in der Vorwoche an der KPH Wien/Krems, die Gastgeberin für Fachleute aus universitären Partnerinstitutionen aus Deutschland, Spanien, Malaysia und Albanien war. Ziel des Arbeitstreffens war es laut der Mitteilung, innovative Bildungskonzepte für nachhaltige Entwicklung und interreligiöses Lernen zu entwickeln. Diese sollten systematisch in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Pädagoginnen und Pädagogen bzw. von Religionslehrkräften verankert werden.
"Nachhaltigkeit ist für uns keine kurzfristige Agenda, sondern eine Verpflichtung, die aus unserem Glauben heraus entsteht", sagte KPH-Rektorin Ulrike Greiner über das erarbeitete Vision Statement. Durch das Projekt "Religions4Ecology" werde der "Werte- und Erfahrungsschatz der Weltreligionen für die Schule der Zukunft fruchtbar gemacht". Wichtig sei dies, da sich globale Herausforderungen wie die Klimakrise sich nur gemeinsam bewältigen ließen. Interreligiöse Bildung habe eine Schlüsselrolle für eine gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft, hieß es bei dem Treffen.
Im Mittelpunkt der Arbeitssitzungen standen Diskussionen zur Entwicklung religiöser bzw. interreligiöser Lehr- und Lernmaterialien, unter anderem zu den Themen "Klimagerechtigkeit am Beispiel Wasser", interreligiöses Lernen in heterogenen Lerngruppen sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung im hochschulischen und schulischen Kontext. Praxisnahe Wege werden darin aufgezeigt, wie in der Bildung des Lehrpersonals interreligiöses Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung ergänzend miteinander verbunden werden können.
Die gemeinsamen Tage in Wien boten viele Möglichkeiten des Religionsdialogs: Außer den Leitungspersonen der Institute waren auch die der Schulämter in Österreich anwesend, sowie Vertreterinnen und Vertreter der Religionen in Wien. Gerhard Weissgrab als Präsident der Buddhisten empfing die Delegation im Buddhistischen Zentrum Wien, im Islamischen Zentrum der Bundeshauptstadt waren Direktor Ahmed Saad Al-Mofareh sowie Imam Salim Mujkanovi die Gastgeber, im Stephansdom Dompropst Werner Pucher sowie im Evangelischen Zentrum Gersthof, wo es am Ende eine Podiumsdiskussion gab, die neue Bischöfin Cornelia Richter.