Papst-Bio mit erstem Interview Leos nun auf Italienisch erschienen
12.02.202614:07
Italien/Vatikan/Literatur/Kirche/Papst
In Gesprächen für das im Herbst 2025 bereits auf Spanisch veröffentlichte Buch der Vatikan-Korrespondentin Elise Ann Allen hatte sich das Kirchenoberhaupt unter anderem gegen eine Änderung der kirchlichen Lehre zur menschlichen Sexualität ausgesprochen
Rom, 12.02.2026 (KAP) Die mit dem ersten ausführlichen Interview von Leo XIV. nach seiner Wahl verbundene Papst-Biografie der US-amerikanischen Vatikan-Korrespondentin Elise Ann Allen ist nun auch auf Italienisch veröffentlicht worden. Italienische Zeitungen und Online-Portale zitierten am Dienstag noch einmal breit aus dem von Mondadori herausgegebenen Buch "Papa Leone XIV - La Biografia", das bereits im vergangenen Herbst in Peru auf Spanisch unter dem Titel "León XIV: ciudadano del mundo, misionero del siglo XXI" (Leo XIV.: Weltbürger, Missionar des 21. Jahrhunderts) erschienen war. Zentrale Aussagen des Papstes aus zwei im Juli 2025 am päpstlichen Sommersitz in Castel Gandolfo geführten längeren Gesprächen hatte Allen im vergangenen September auch auf Englisch im Onlinemagazin "Crux" publiziert.
In den Interviews hatte Leo XIV. schlaglichtartig eine Art Programm für sein Pontifikat skizziert und damit monatelange Spekulationen über seinen kirchenpolitischen Kurs beendet. Die Frage, ob die Phase der Reformen unter ihm weitergehen wird, beantwortet er faktisch so: Statt die von Papst Franziskus begonnenen Aufbrüche fortzuführen, wolle er "vorerst" nichts in der Dogmatik und Morallehre der Kirche ändern. Stattdessen gehe es ihm darum, die Polarisierungen in der Kirche durch vertiefte Debatten heilen und überwinden.
Dass sich Leo XIV. eindeutig gegen eine Änderung der kirchlichen Lehre zur menschlichen Sexualität aussprach, sorgte nun zur Veröffentlichung der italienischen Fassung der Papst-Biografie erneut für Schlagzeilen. Er wolle wie sein Vorgänger Franziskus jeden Menschen unabhängig von seiner Identität willkommen heißen; die Lehre der Kirche zur Sexualität werde sich aber in absehbarer Zeit nicht ändern, sagte das Kirchenoberhaupt in den Interviews.
In weiteren Passagen gab Leo etwa zu verstehen, dass er mit Blick auf die Politik in den USA eine Aufgabenteilung zwischen sich als Papst und den katholischen Bischöfen in seiner Heimat sehe. "Ich habe nicht die Absicht, mich in Parteipolitik einzumischen", sagte das Kirchenoberhaupt. In der amerikanischen Innenpolitik sei es "sehr viel eher die Aufgabe der Kirchenleitung in den USA, mit dem Präsidenten im Gespräch zu sein". Und weiter: "Aber wenn es spezifische Themen gibt, hätte ich kein Problem, sie selbst anzusprechen." Dazu gehörten, so der Papst, die Menschenwürde und die Migranten.