Kirchen: Filme können Blick weiten und für Themen sensibilisieren
15.02.202619:33
Deutschland/Film/Kirche/Berlinale
Die beiden großen Kirchen richten auf der Berlinale traditionell den Ökumenischen Empfang aus. Vertreter würdigen das Potenzial von Filmen - und nennen konkrete Beispiele.
Berlin, 15.02.2026 (KAP/KNA) Filme können nach Einschätzung der katholischen und evangelischen Kirche für Themen der Zeit sensibilisieren und den Blick weiten. "Besonders in Zeiten, in denen Spaltung und Hass den gesellschaftlichen und politischen Diskurs prägen, kann der Film für Verantwortung gegenüber der Schöpfung, für Frieden und für Solidarität sensibilisieren", erklärte der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, am Sonntag laut einer Mitteilung von Bischofskonferenz und Evangelischer Kirche. Anlass war der für den Abend geplante Ökumenische Empfang der Kirchen bei der 76. Berlinale.
Die Förderung und Auszeichnung solcher Filme sei zentraler Anspruch der kirchlichen Filmarbeit. Hintergrund der Äußerungen von Marx war der Dokumentarfilm "Kein Land für Niemand", der sich mit der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik und der Situation an den europäischen Außengrenzen auseinandersetzt. Der Film sei ein "starker Beitrag für Empathie und Menschlichkeit".
Urteil schärfen
Der Kulturbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Johann Hinrich Claussen, wies am Beispiel des iranischen Films "Ein einfacher Unfall" darauf hin, dass vor allem das anspruchsvolle, nicht allein kommerziell ausgerichtete Kino Geschichten erzähle, die den Blick weiteten und das Urteil schärften. "Hier sollten die Kirchen Interesse zeigen, neugierig bleiben, sich ansprechen und berühren lassen."
Die Ökumenische Jury der evangelischen und der katholischen Kirche vergibt seit mehr als drei Jahrzehnten bei der Berlinale Preise für Filme, deren Geschichte mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die das Publikum für spirituelle, menschliche und soziale Werte sensibilisieren.