Viele Veranstaltungen zur Reliquien-Schau des heiligen Franziskus
16.02.202613:23
Italien/Kirche/Glaube/Religion/Kultur
Historisch erstmalige Ausstellung der Gebeine des populären Heiligen in Assisi beginnt am Samstag
Assisi, 16.02.2026 (KAP) Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi werden seine Gebeine erstmals der großen Öffentlichkeit präsentiert. Am kommenden Samstag (21. Februar, 16 Uhr) findet in Assisi die Überführung des Sarges von der Krypta der Basilika San Francesco in die darüber liegende Unterkirche statt. Geleitet wird die Zeremonie vom Päpstlichen Beauftragten, Kardinal Ángel Fernández Artime. In den darauffolgenden Wochen werden Hunderttausende Pilger in Assisi erwartet. Mehr als 350.000 Menschen haben sich auf der Website sanfrancescovive.org vorab für ein Besuchs-Zeitfenster angemeldet. Auch die Teilnahme an Heiligen Messen in der Basilika ist nur mit Anmeldung möglich. Die Messe zum Abschluss der Reliquien-Schau leitet am 22. März der italienische Bischofskonferenz-Vorsitzende Kardinal Matteo Zuppi.
Zahlreiche Kulturveranstaltungen
Während der einmonatigen Schau finden neben zahlreichen Gottesdiensten, Wallfahrten und weiteren geistlichen Angeboten auch etliche kulturelle Veranstaltungen statt. Zum Auftakt der Reliquien-Ausstellung tritt am 21. Februar um 21 Uhr die Schola Cantorum der London Oratory School zu einem Konzert auf. Am 28. Februar, 7. und 21. März singt jeweils um 19.30 Uhr die Cappella Musicale der Päpstlichen Basilika Sankt Franziskus in Assisi eine musikalische Sammlung zur Passion Christi.
Am 10. März um 21 Uhr gastieren die Knoxville Catholic High School Singers aus Tennessee, USA. Den Konzertreigen beschließt am 17. März das Orchestra da Camera Fiorentina. Die Konzerte finden stets in der Oberkirche der Basilika statt, sind kostenlos und ohne Voranmeldung und je nach Verfügbarkeit zugänglich.
Patron der Armen und der Umwelt
Der heilige Franz von Assisi (1181/82-1226) wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt; außerdem dient er als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie.
Franziskus' Gedenktag - der 4. Oktober - wird weltweit außerdem als Tierschutztag begangen. Sein Lebensthema war die bedingungslose Nachfolge Christi. Arm wollte er es dem armen Christus gleichtun. Nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur wollte er das Evangelium von der Liebe Gottes predigen.
In seiner Jugend hatte der Sohn eines Kaufmanns ein ausschweifendes Leben geführt. 1206 sagte er sich von seinem Vater und seinem bisherigen Lebensstil los. 1208 vernahm Franziskus in der Kirche San Damiano eine vom Kreuz her zu ihm erschallende Stimme, die ihn mit dem Wortlaut des Matthäusevangeliums aufforderte, in die Welt zu gehen, allem Besitz zu entsagen und Gutes zu tun. Fortan führte er ein mönchisches Büßerleben und zog als Wanderprediger durch das Land.
Zwischen 1209 und 1220 gründete er den Orden der Franziskaner, der sich bis heute auf vielen Gebieten für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Die Angehörigen der Gemeinschaft führen ein Leben in Armut und dürfen laut der von Franziskus verfassten Ordensregel kein Eigentum besitzen. Damit gehören sie zu den kirchlichen Bettelorden.
Außer diesem "Ersten Orden" gründete Franziskus zwei weitere: die Klarissen als weiblichen Zweig und den "Dritten Orden" für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner.
Heute umfasst die franziskanische Familie weltweit rund 650.000 Mitglieder in Laienbewegungen, Bruderschaften und klösterlichen Gemeinschaften. Bekannte Franziskaner sind der im KZ Auschwitz ermordete Priester Maximilian Kolbe, der heilige Antonius von Padua und der Scholastiker Johannes Duns Scotus.
Kaum ein katholischer Heiliger ist so populär wie Franz von Assisi - In diesem Jahr wird vor allem in seiner Geburtsstadt Assisi sein 800. Todestag begangen: Ein Höhepunkt des Festjahres ist die Ausstellung seiner Reliquien - Korrespondentenbericht von Sabine Kleyboldt