Knapp 30 Bischöfe zu Beratungen von Dienstag bis Donnerstag erwartet - Kirchenoberhaupt Katholikos Karekin II. und weitere Bischöfe nehmen online teil
St. Pölten/Jerewan, 16.02.2026 (KAP) Der armenisch-apostolische Erzbischof Nathan Hovhannisyan hat im Gespräch mit armenischen Medien bestätigt, dass die armenische Bischofsversammlung wie geplant vom 17. bis 19. Februar in St. Pölten stattfinden wird. Alle Bischöfe, die nicht physisch teilnehmen können, weil gegen sie von den armenischen Behörden ein Ausreiseverbot verhängt wurde, werden online teilnehmen. Das betrifft auch das Kirchenoberhaupt Katholikos Karekin II., der der Versammlung vorsteht. Nach derzeitigem Stand werden knapp 30 armenisch-apostolische Bischöfe physisch an der nicht öffentlichen Versammlung in St. Pölten teilnehmen können.
Die Beratungen der armenischen Bischöfe hätten ursprünglich schon im Dezember in Etschmiadzin am Sitz der Armenisch-apostolischen Kirche stattfinden sollen. Aufgrund des Konflikts zwischen Kirche und Regierung war eine Durchführung in Armenien laut Kirchenleitung aber nicht möglich. Einige in Armenien wirkende Bischöfe befinden sich schon seit Monaten in Haft, gegen andere, inklusive Katholikos Karekin II., wurden Verfahren eingeleitet; verbunden mit Ausreiseverboten. Mit solchen Maßnahmen hätten laut Beobachtern auch Bischöfe rechnen müssen, die Diözesen in der Diaspora leiten und nach Armenien eingereist wären.
Wie Erzbischof Hovhannisyan gegenüber armenischen Medien sagte, lasse sich die Kirche von der armenischen Regierung und der Strafverfolgung durch die Behörde nicht einschüchtern. Die Kirche sei kein willfähriges Anhängsel des Staates bzw. bestimmter politischer Kräfte, hielt er fest. Hovhannisyan ist Direktor der Abteilung für Außenbeziehungen der Armenischen Kirche und ein enger Mitarbeiter von Katholikos Karekin am Sitz der Kirche in Etschmiadzin bei Jerewan.
Am Montag veröffentlichte das Katholikosat von Etschmidazin die diesjährige Botschaft von Katholikos Karekin II. zur Fastenzeit. In dieser geht das Kirchenoberhaupt nicht direkt auf die jüngsten Eskalationen ein, ruft aber zur Umkehr und zur Treue zur Kirche und zu Armenien auf. "In diesen Tagen, da unsere Seelen von den Problemen des nationalen und patriotischen Lebens und den vielfältigen Angriffen auf unsere Heilige Kirche beunruhigt sind, lasst uns Frieden in unserem Herrn Jesus Christus finden, durch den wir mit Gott versöhnt wurden", so der Katholikos wörtlich.
Gegen Oberhaupt der Armenisch-apostolischen Kirche wurde von Premierminister Paschinjan indirekt bereits angekündigtes Strafverfahren eingeleitet - Karekin II. kann damit nicht zu armenischer Bischofsversammlung nach St. Pölten kommen - Viele besorgte Stimmen wegen Verletzung der Religionsfreiheit in Armenien