Papst Leo XIV. empfing Opus-Dei-Prälat Ocáriz im Vatikan
Vatikanstadt, 16.02.2026 (KAP) Der Vatikan hat die Überarbeitung der neuen Statuten der weltweit aktiven Vereinigung Opus Dei noch nicht abgeschlossen und kann dafür auch noch keinen Termin nennen. Das geht aus einem Pressekommuniqué des Opus Dei vom Montag hervor. Anlass war eine Begegnung des Leiters der Organisation, Prälat Fernando Ocáriz (81), mit Papst Leo XIV. im Vatikan.
Während der Vatikan am Montag über seine Pressestelle lediglich die Audienz für den spanischen Geistlichen mitteilte, informierte das Opus Dei auch über den Verlauf und die Inhalte. Das Gespräch fand demnach in "einer Atmosphäre großen Vertrauens" statt. Dabei sei es um die Herausforderungen gegangen, vor denen das Opus Dei bei seiner Verkündigungsaufgabe heute stehe.
Anpassung der Statuten wird geprüft
Leo XIV. habe in dem Gespräch erklärt, dass "der Prozess der Anpassung der Statuten des Opus Dei sich weiterhin in einer Prüfungsphase befindet und es noch nicht möglich ist, ein Datum für die Veröffentlichung mitzuteilen." Einen Entwurf für neue Statuten der bislang stark zentralistisch und hierarchisch organisierten Gemeinschaft hatte das Opus Dei auf Drängen von Papst Franziskus (2013-2025) erarbeitet.
Zum Abschluss des drei Jahre dauernden Prozesses hatte Ocáriz den Entwurf im vergangenen Juni dem neuen Papst vorgelegt. Seither prüfen Theologen und Kirchenjuristen im Vatikan das Dokument und haben mit einer Überarbeitung begonnen.
Konflikt in Argentinien
Auch die für 2028 geplanten Veranstaltungen zum 100. Jahrestag der Gründung im Oktober 1928 sind laut der Mitteilung bei dem Treffen angesprochen worden. Ferner sei der aktuelle Konflikt in Argentinien ein Thema gewesen. Dort geht es um eine Klage von Frauen, die der Meinung sind, das Opus Dei habe sie für ihre Arbeit nicht gerecht entlohnt.
Das Opus Dei hat nach eigenen Angaben knapp 90.000 Mitglieder weltweit, die größte Gruppe lebt in Spanien. Die aus Laien und Priestern bestehende Organisation wurde am 2. Oktober 1928 von dem inzwischen heiliggesprochenen spanischen Priester Josemaría Escrivá de Balaguer (1902-1975) in Madrid gegründet. Die Mitglieder des Opus Dei sind gehalten, die Gesellschaft durch ein konsequent christliches Leben zu prägen.
Papst Johannes Paul II. (1978-2005) gewährte der Vereinigung 1982 die damals neue Rechtsform einer "Personalprälatur" mit gewissen Sonderrechten in der katholischen Kirche. Diese nahm Papst Franziskus durch eine Änderung im Kirchenrecht teilweise zurück.