Päpstlicher Außenbeauftragter Gallagher nimmt an Konferenz und Gedenkgottesdienst in estnischer Hauptstadt teil
Talinn, 17.02.2026 (KAP) Die katholische Kirche in Estland begeht am 21. Februar den ersten offiziellen kirchlichen Gedenktag des im Vorjahr seliggesprochenen Märtyrerbischofs Eduard Profittlich (1890-1942). In der Peter-und-Paul-Kathedrale der Hauptstadt Tallinn findet dazu am Samstag ein Gottesdienst mit Ortsbischof Philippe Jourdan und dem vatikanischen "Außenminister" Paul Richard Gallagher statt.
Erzbischof Gallagher ist zuvor auch Hauptredner einer zweitägigen Konferenz zum geistigen Erbe Profittlichs. Der Jesuit war am 6. September 2025 in einer vom Wiener Kardinal Christoph Schönborn geleiteten Feier in Tallinn seliggesprochen worden. Es war die erste Seligsprechung in der Geschichte Estlands und zugleich eine der ersten in Nordeuropa seit der Reformation.
Zum Auftakt der Konferenz am Freitag wird der päpstliche Nuntius in den baltischen Staaten, Erzbischof Georg Gänswein, sprechen. Unter den weiteren Rednern der zweitägigen Veranstaltung sind Diözesanbischof Jourdan, der französische Priester und Theologe Olivier Peyron, Thorsten Hoffmann, Leiter der Diözesanstelle Weltkirche in der deutschen Diözese Trier, sowie die estnische Theologin Marge Paas, Postulatorin im Seligsprechungsverfahren für Profittlich.
Konferenz und Gedenkgottesdienst werden via YouTube-Stream von der Diözese Tallinn (@rooma-katolikukirik4804) live in englischer Sprache übertragen.
Eduard Profittlich, geboren 1890 in Rheinland-Pfalz, war ab 1930 zunächst Gemeindepfarrer in Tallinn gewesen. Ab Mai 1931 leitete er als Apostolischer Administrator die katholische Kirche in Estland, das 1940 von der Sowjetunion annektiert wurde. 1936 wurde Profittlich in Tallinn zum Bischof geweiht und erhielt den Titel eines Erzbischofs.
Im Zweiten Weltkrieg nahm er, statt von der Möglichkeit einer Rückkehr nach Deutschland Gebrauch zu machen, die sowjetische Haft in Kauf. 1941 wurde Profittlich verhaftet und im russischen Kirov zum Tod durch Erschießung verurteilt. Am 22. Februar 1942 starb der Erzbischof im Gefängnis, bevor das Urteil vollstreckt werden konnte.