Begegnung mit Spitzen der "Konferenz Europäischer Kirchen" (KEK) - Einsatz für Frieden und Zusammenarbeit der Kirchen stärken
Istanbul/Brüssel, 17.02.2026 (KAP) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios hat dieser Tage an seinem Amtssitz ("Phanar") in Istanbul den Präsidenten und den Generalsekretär der "Konferenz Europäischer Kirchen" (KEK), den orthodoxen Erzbischof Nikitas von Thyateira und Großbritannien sowie den protestantischen Theologen Frank-Dieter Fischbach empfangen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen laut einer Mitteilung der KEK u.a. Friedensbemühungen in der Ukraine und die verstärkte Zusammenarbeit unter den Kirchen. Der Patriarch würdigte dabei in besonderer Weise auch die "Charta Oecumenica" und erinnerte an die Vorgeschichte dieses Dokuments, das bei der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Graz 1997 seinen Anfang nahm.
Die "Charta Oecumenica" enthält Leitlinien für die Zusammenarbeit der Kirchen im 21. Jahrhundert. In Graz wurde 1997 die Erarbeitung eines solchen Dokuments beschlossen, das dann schließlich am 22. April 2001 in Straßburg vom damaligen Präsidenten des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), Kardinal Miloslav Vlk, und dem damaligen Präsidenten der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK), Metropolit Jeremie Caligiorgis, unterzeichnet wurde.
In den Jahren 2022 bis 2024 wurde eine Neuauflage des Dokuments erarbeitet, die auf aktuelle Herausforderungen wie Krieg, Migration, Klimakrise und Digitalisierung reagiert. Die Neuauflage wurde in einem breit angelegten Konsultationsprozess erarbeitet, an dem über 70 Kirchen, ökumenische Organisationen und Verbände beteiligt waren. Am 5. November 2025 wurde die "Charta Oucumenica neu" in Rom von Erzbischof Nikitas für die KEK und CCEE-Präsident Erzbischof Gintaras Grusas unterzeichnet.
Patriarch Bartholomaios unterstrich im Phanar, dass das Ökumenische Patriarchat zu den KEK-Gründungsmitglieder gehört und sich auch weiterhin der Ökumene und gemeinsamen Initiativen wie der "Charta Oecumenica" verpflichtet fühle.
Erzbischof Nikitas hob bei dem Gespräch die Zusammenarbeit der KEK mit Kirchen in der Ukraine zur Förderung des Friedensprozesses hervor. Die KEK-Leitung dankte dem Ökumenischen Patriarchen außerdem für seine Unterstützung der aktualisierten "Charta Oecumenica".
Generalsekretär Fischbach informierte den Patriarchen weiters über die Konferenz "Widerstand gegen das Imperium, Förderung des Friedens" in Helsinki im Jahr 2025, die von der Orthodoxen Kirche Finnlands und der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands ausgerichtet wurde. Fischbach und Nikitas wiesen außerdem auf das laufende Engagement der KEK bei europäischen Institutionen hin, einschließlich bevorstehender Besuche im Zusammenhang mit Zyperns EU-Ratspräsidentschaft.
Der KEK-Generalsekretär resümierte die Begegnung mit dem Patriarchen mit den Worten: "Das Treffen bekräftigte unser gemeinsames Bekenntnis zu Einheit und Frieden. Wir schätzen die historische Rolle des Ökumenischen Patriarchats in der ökumenischen Bewegung und sein Engagement für Dialog, Gerechtigkeit und Versöhnung in Europa."
Der KEK gehören 114 orthodoxe, anglikanische, altkatholische, lutherische, reformierte, unierte und methodistische Kirchen Europas an. Die Russisch-orthodoxe Kirche hat sich allerdings schon 2008 wegen eines Konflikts um die Orthodoxe Kirche in Estland aus der aktiven Zusammenarbeit mit der KEK zurückgezogen. Bei der letzten KEK-Vollversammlung im Juni 2023 in der estnischen Hauptstadt Tallin wurde der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Thyateira und Großbritannien, Nikitas (Loulias), zum neuen Präsidenten gewählt. Sitz des Kirchendachverbands ist Brüssel.