Eisenstadt: Digitales Fastentuch mit Fokus auf Franz von Assisi
17.02.202616:29
Österreich/Kirche/Kunst/Ostern
Acht wechselnde Szenen aus dem Leben Franziskus im Martinsdom zu sehen
Eisenstadt, 17.02.2026 (KAP) Das mittlerweile vierte digitale Fastentuch im Martinsdom in Eisenstadt widmet sich im heurigen Jahr dem Leben des heiligen Franz von Assisi. Das heurige 800. Jubiläumsjahr rücke "die Spiritualität und Wirkung dieses großen Heiligen neu ins Blickfeld" und öffne die Augen für die Wunder des Heiligen, hieß es in einer Aussendung der Diözese Eisenstadt am Dienstag. Künstlerische Grundlage des Fastentuchs ist der Bilderzyklus von Giotto di Bondone in der Oberkirche der Basilika di San Francesco. Für das digitale Fastentuch wurden acht Motive ausgewählt, die wöchentlich wechseln und jede Woche von Aschermittwoch (18. Februar) bis zum Weißen Sonntag (12. April) unter einem anderen Gedanken stehen. Sie können täglich von 7 Uhr bis nach den abendlichen Gottesdiensten besichtigt werden.
Sieben Darstellungen sind Szenen aus dem 28-teiligen Zyklus von Giotto, die das Leben von Franziskus darstellen. Sie "verbinden die Wunden der damaligen Zeit mit den Verwundungen der Gegenwart, die im digitalen Fastentuch ebenfalls anklingen", teilte die Diözese mit. So steht das erste Bild unter dem Titel "teilen" und zeigt, wie Franziskus einem adeligen, armen Ritter begegnet und ihm sein eigenes Kleid gibt. Erinnert wird daran, dass Egoismus, Entsolidarisierung und Empathielosigkeit dem Leben im Weg stehen. Andere Szenen zeigen, wie Franziskus die Stimme des Gekreuzigten vernimmt oder den Vögeln predigt, wobei sie an Schöpfungsverantwortung und Gottvertrauen erinnern. Den Abschluss bildet als achtes Motiv das Assisi-Kreuz als "österliches Zeichen des Glaubens". Die grafische Umsetzung verantwortet Diözesangrafiker Markus Heuduschits.
Patron der Armen und der Umwelt
Der heilige Franz von Assisi (1181/82-1226) wird als Patron der Armen, Blinden, Lahmen, Strafgefangenen, Sozialarbeiter und Schiffbrüchigen verehrt; außerdem dient er als Vermittler zwischen den unterschiedlichen Religionen. Papst Johannes Paul II. erklärte ihn 1980 zudem zum Patron des Umweltschutzes und der Ökologie. Franziskus' Gedenktag - der 4. Oktober - wird weltweit außerdem als Tierschutztag begangen. Sein Lebensthema war die bedingungslose Nachfolge Christi in Armut. Er wollte nicht nur den Menschen, sondern auch Tieren, Pflanzen und der gesamten Natur das Evangelium von der Liebe Gottes predigen.
In seiner Jugend hatte der Sohn eines Kaufmanns ein ausschweifendes Leben geführt. 1206 sagte er sich von seinem Vater und seinem bisherigen Lebensstil los. 1208 vernahm Franziskus in der Kirche San Damiano eine vom Kreuz her zu ihm erschallende Stimme, die ihn mit dem Wortlaut des Matthäusevangeliums aufforderte, in die Welt zu gehen, allem Besitz zu entsagen und Gutes zu tun. Fortan führte er ein mönchisches Büßerleben und zog als Wanderprediger durchs Land.
Zwischen 1209 und 1220 gründete er den Orden der Franziskaner, der sich bis heute auf vielen Gebieten für Gerechtigkeit und Frieden einsetzt. Die Mitglieder der Gemeinschaft führen ein Leben in Armut und dürfen laut der von Franziskus verfassten Ordensregel kein Eigentum besitzen. Damit gehören sie zu den kirchlichen Bettelorden. Außer diesem "Ersten Orden" gründete Franziskus zwei weitere: die Klarissen als weiblichen Zweig und den "Dritten Orden" für Laien. Im 16. Jahrhundert entstanden aus Reformen Minoriten und Kapuziner.
Heute umfasst die franziskanische Familie weltweit rund 650.000 Mitglieder in Laienbewegungen, Bruderschaften und klösterlichen Gemeinschaften. Bekannte Franziskaner sind der im KZ Auschwitz ermordete Priester Maximilian Kolbe, der heilige Antonius von Padua und der Scholastiker Johannes Duns Scotus.