Bischof Schwarz: In Fastenzeit Beziehung zu Gott intensivieren
18.02.202611:45
Österreich/Kirche/Glaube/Fastenzeit/Schwarz
Fastenhirtenbrief des St. Pöltner Bischofs mit konkreten Tipps, wie Begegnung mit Gott gelingen kann
St. Pölten, 18.02.2026 (KAP) Zur Entdeckung des tieferen Sinns der Fastenzeit lädt der St. Pöltner Bischof Alois Schwarz in seinem aktuellen Fastenhirtenbrief. Verzichten im christlichen Sinne verstehe sich als ein Lösen von irdischen Abhängigkeiten, an deren Stelle jedoch kein Vakuum oder gar eine Leere treten soll, sondern die geistlich-spirituelle Verbindung mit Gott in einer großen inneren Weite vertieft wird, schreibt Schwarz: "Die Intensität der Fastenzeit spiegelt sich in der Qualität der Beziehung zu Gott. Wenn wir Menschen unserem Gott begegnen wollen, dann gelingt das vor allem dort, wo wir nicht durch äußeren Lärm und Geplapper abgelenkt werden, wo wir mit ihm im tiefsten Inneren unserer Seele ins Gespräch kommen."
Schwarz gibt in seinem Hirtenbrief Tipps, wie diese Begegnung mit Gott gelingen kann. "Erstens wählen wir die Ausrichtung des Tages so, dass der kommende Tag, den Gott geschenkt hat, als der beste des persönlichen Lebens betrachtet werden kann." Das heiße nicht, "dass an diesem Tag alles perfekt sein wird, sondern es bedeutet, dass wir am Beginn des neuen Tages beschließen, für Gott zur Verfügung zu stehen, da zu sein für ihn und auf ihn hin ausgerichtet zu sein und vor allem bereit zu sein für die Aufgaben, die an diesem neuen Tag an uns gestellt werden".
Zweitens plädiert der Bischof für ein achtsames Denken: "Niemand weiß, was der Tag bringen wird, aber wir können uns selbst kontrollieren, wie wir mit dem, was uns entgegenkommt, achtsam und wertschätzend umgehen wollen". Die Kunst dabei sei es, vor allem dann, wenn es sehr herausfordernde Situationen sind, dennoch mit Freude und Liebe darauf zu antworten. Dazu sei es unumgänglich, "dass wir zuvor mit Gott in Beziehung treten, denn gerade dann, wenn es besonders schwierig erscheint, lässt er uns nicht allein".
Die dritte Ausrichtung am Beginn des neuen Tages sollte schließlich darin bestehen, "dass wir ihn in großer Dankbarkeit und Freude starten". Es gebe immer Momente, Situationen, Gedanken und/oder Erfahrungen, "für die wir dankbar sein können, auch wenn wir in Not sind, wenn wir Angst haben, wenn wir uns klein fühlen", so Bischof Schwarz: "Dankbarkeit stärkt das Innere der Seele und führt uns zum Sinn unseres Daseins." Und: "Wir werden nicht mehr vorangetrieben, immer mehr haben zu müssen, mehr Essen, mehr Trinken, mehr Geld, mehr Kleidung, mehr Prestigeobjekte und dergleichen. Im Gegenteil, wir können verzichten, weil wir schon haben, wonach wir ursprünglich immer hinterhergejagt sind."
Damit werde der Verzicht zum Erleben der inneren Fülle und des Reichtums. An die Stelle der irdischen Güter trete die göttliche Erfahrung in Form von Freude, Achtsamkeit und Dankbarkeit. Freilich, so räumt der Bischof ein, könne die Fastenzeit nicht an einem einzigen Tag erfahren und durchlebt werden, "aber die richtige Richtung an jedem neuen Tag - besonders in den kommenden Tagen - kann das Leben und die Einstellung zu einem Leben mit unserem Gott verändern".