Ukrainisches Kirchenoberhaupt: "Würde ist wertvoller als Medaillen"
18.02.202612:06
Ukraine/Kirche/Sport/Krieg
Nach dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj würdigt auch Metropolit Epifanij den Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch, der von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde
Kiew, 18.02.2026 (KAP) Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch wurde von den Olympischen Spielen ausgeschlossen, weil er nicht bereit war, auf seinen Helm zu verzichten, der die Gesichter zahlreicher im Krieg getöteter ukrainischer Athletinnen und Athleten zeigt. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte ihn daraufhin ausgeschlossen, was zu einer heftigen Debatte und viel Kritik am IOC führte. Rückendeckung bekam der Sportler dieser Tage auch von Metropolit Epifanij, Oberhaupt der Orthodoxen Kirche der Ukraine. Laut dem Kirchenoberhaupt gibt es Dinge, die wichtiger und wertvoller sind als Medaillen: "Es gibt Würde, es gibt Mut, es gibt Widerstandskraft und es gibt Respekt. Es gibt Erinnerung, die nicht verboten werden darf."
Die Wahrheit werde sich letztlich immer gegen Gleichgültigkeit, Unmoral oder Verbrechen durchsetzen, so der Metropolit. Er wolle Heraskewytsch für seinen Mut, seine Prinzipientreue und seinen Glauben an die Wahrheit danken, so Epifanij auf X. Das Beispiel des Athleten habe ihn sehr berührt. Zugleich schmerze ihn besonders, dass es auf der Weltbühne immer noch viele gibt, die den Schutz vor dem Aggressor und das Gedenken an die Kriegsopfer als "Politik" abtun würden, "kriegsmüde" seien, vom Krieg scheinbar immer noch nicht betroffen seien oder schlicht "Angst haben, hineingezogen zu werden".
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte den Sportler am Rande der jüngsten Münchener Sicherheitskonferenz bereits mit dem ukrainischen Orden der Freiheit ausgezeichnet.
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