Innsbrucker Benefizsuppenessen der Katholischen Frauenbewegung unter dem Motto "Beteiligung kommt vom Teilen"
Innsbruck, 18.02.2026 (KAP) Mit einem Benefizsuppenessen hat die Katholische Frauenbewegung Österreichs (kfb) am Aschermittwoch in Innsbruck die Fastenzeit eröffnet. Die Veranstaltung vor dem Innsbrucker Stadtturm markierte zugleich den Auftakt zur österreichweiten Aktion Familienfasttag. Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Zivilgesellschaft nahmen teil, darunter auch Bischof Hermann Glettler, der die spirituelle Dimension der Fastenzeit umriss. Sie sei "eine heilige Zeit, in der wir versuchen sollten, Gott einen Raum in uns selbst und in unserem Alltag zu sichern". Zugleich sei sie "eine Lernzeit für Solidarität, um sensibler zu werden für die offensichtliche und versteckte Not in unserer Welt".
Das diesjährige Motto lautet "Beteiligung kommt von Teilen". Im Fokus steht die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen. Helene Daxecker-Okon, Vorsitzende der kfb Innsbruck, sagte: "Wer Frauen unterstützt, unterstützt deren Familien, ihre Kinder und die ganze Gemeinschaft." Partizipation bedeute Mitverantwortung: "Beteiligung ermöglichen und sich beteiligen gehören zusammen. Gerade jene, die leicht übersehen werden, müssen wir in die Mitte nehmen. Und es ist notwendig, sich selbst zu engagieren und nicht nur mit empörten Worten den Zustand der Gesellschaft zu beklagen." Glettler würdigte die Initiative als "herausragendes Beispiel für ein partizipatives Miteinander in Kirche und Gesellschaft".
Vorgestellt wurde bei der Veranstaltung das indische Partnerprojekt SEEDS im Bundesstaat Jharkhand. Die Organisation arbeitet in 131 Dörfern und setzt auf Bildung, rechtliche Beratung und gemeinschaftliche Entscheidungsprozesse, um Frauen zu stärken. Neben Workshops und lokalen Initiativen werden auch Männer und Buben einbezogen, um traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen. Nach Angaben der kfb zeigen sich dadurch Veränderungen im Familienleben, etwa eine stärkere Einbindung von Vätern sowie ein bewussterer Umgang mit Alkohol und Gewalt. Darüber hinaus reichen die Projekte von Frauenmärkten bis zu einem ersten Schulbuch in der Sprache der indigenen Santals.
Die Aktion Familienfasttag unterstützt jährlich rund 70 Frauenprojekte in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die beim Suppenessen gesammelten Spenden fließen in Bildungsprogramme, Gewaltschutzinitiativen und Selbsthilfegruppen.