Libanon: Patriarch ruft Christen und Muslime zum Zusammenhalt auf
19.02.202610:47
Libanon/Kirche/Religion/Fastenzeit
Fastenhirtenbrief von Patriarch Raphael Bedros XXI. Minassian thematisiert zeitliches Zusammenfallen von Fastenzeit und Ramadan
Beirut, 19.02.2026 (KAP) Dass Christen und Muslime heuer teils gleichzeitig die Fastenzeit bzw. den Ramadan begehen, will der im Libanon residierende armenisch-katholische Patriarch Raphael Bedros XXI. Minassian als besonderen Anspruch für mehr gegenseitige Wertschätzung und ein gutes Zusammenleben verstanden wissen. So schreibt der Patriarch in seinem aktuellen Hirtenbrief zur Fastenzeit: "Gleichzeitig erheben sich die Gebete aus Kirchen und Moscheen." Dies sei kein vorübergehender Zufall, sondern beinhalte eine klare Botschaft: "Dass dieses Land alle aufnehmen kann und dass der Durst nach Gott mehr zusammenbringt als trennt", so Minassian laut dem "Pro Oriente"-Informationsdienst.
Wörtlich schreibt der Patriarch über Christen und Muslime: "Wir leben zusammen, wir teilen Brot, Sorgen und Schicksal, unser Glaube an den einen Gott muss sich in gegenseitigem Respekt, Zusammenarbeit und Solidarität widerspiegeln."
Fasten bedeute nicht nur Verzicht, sondern vielmehr vor allem auch Barmherzigkeit und Einsatz für mehr Gerechtigkeit. Dafür trügen Christen und Muslime gleichermaßen Verantwortung. Ein solches Fasten werde zu einem Zeugnis für eine noch tiefere Einheit unter den Religionen, so Patriarch Minassian.
Die Armenisch-katholische Kirche zählt weltweit rund 470.000 Gläubige. Die meisten von ihnen leben in Armenien. Der Sitz des "Patriarchen von Kilikien der Armenier" ist das libanesische Kloster Bzommar.