Caritas und Erzbischof Grünwidl luden zu Solidaritätsaktion auf dem Stephansplatz - Grünwidl: "An Gewalt, Ungerechtigkeit und Krieg dürfen wir uns niemals gewöhnen" - Caritasdirektor Schwertner: Kerzen sind Zeichen der Verbundenheit und ein Versprechen, "dass wir mit unserer Hilfe nicht nachlassen werden"
Wien, 19.02.2026 (KAP) Mit einem Kerzenmeer für die Ukraine auf dem Wiener Stephansplatz hat die Caritas am späten Donnerstagnachmittag gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof Josef Grünwidl, der ukrainischen Pfarre St. Barbara, dem ukrainischen Frauenchor Barbareum, Opernsängerin Zoryana Kushpler und zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern an die verheerende Situation von Kindern im Krieg erinnert. Zudem wolle man mit der Aktion ein starkes Zeichen der Hoffnung von Wien nach Kiew und in die ganze Ukraine senden, hieß es.
"Wir bringen heute tausende Kerzen zum Leuchten. Als Zeichen unserer Verbundenheit. Als Versprechen, dass wir mit unserer Hilfe nicht nachlassen werden", so der Wiener Caritasdirektor Klaus Schwertner. Jede Spende ermögliche der Caritas, Hilfe zu leisten: "Je mehr Menschen unsere Hilfe mittragen, umso mehr Hilfe können wir möglich machen. Herzlichen Dank allen, die schon geholfen haben und weiterhin helfen. Bitte lassen wir unsere Nachbarinnen und Nachbarn weiterhin nicht im Stich!"
"An Gewalt, Ungerechtigkeit und Krieg dürfen wir uns niemals gewöhnen", sagte Erzbischof Grünwidl. Und er appellierte: "Bleiben wir verbunden mit den vielen Menschen in der Ukraine, die leiden." Die Lichter, die hier auf dem Stephansplatz entzündet wurden, seien ein gutes Zeichen dafür. Ihm als gläubigen Menschen gebe die Hoffnung, Kraft, "dass das Gute stärker ist als das Böse und dass der Wille zum Frieden letztlich stärker sein wird als die zerstörerische Kraft des Krieges". Ebenso gebe ihm Kraft und Zuversicht, dass es sehr viele Menschen gibt, die aus ihrem Vokabular einen Satz gestrichen hätten, nämlich: "Da kann man halt nichts machen." Vielmehr gelte: "Jede Hilfe zählt und jede und jeder von uns kann einen vielleicht auch nur kleinen Beitrag leisten, um zu helfen und Not zu lindern", so Erzbischof Grünwidl.
Hilfe für 100.000 Kinder
Das internationale Caritas-Netzwerk habe seit Beginn des Krieges im Februar 2022 mehr als sechs Millionen Menschen in der Ukraine mit Hilfe erreicht, berichtete der stellvertretende Caritas-Österreich-Präsident Alexander Bodmann. Ein Fokus der Hilfe liege auf der Unterstützung für Kinder. Millionen Kinder lebten unter Dauerstress durch Luftalarme, Vertreibung und fehlende sichere Räume. Die Caritas unterstützt mit sogenannten Child Friendly Spaces. Das sind Orte, an denen Psychologinnen und Sozialarbeiterinnen den Kindern ermöglichen, inmitten der Kriegswirren Kind zu sein. Sie erhalten Lernhilfe und können spielen, basteln oder singen. Seit Kriegsausbruch 2022 konnten über 100.000 Kinder in mehr als 30 Projekten der Caritas erreicht werden.
Weitere Solidaritätsadressen richteten u.a. auch Michael Landau, Präsident der Caritas Europa, Ostap Yukhymovych von der ukrainischen Botschaft in Österreich, Caritas-Auslandshilfechef Andreas Knapp und die Caritas-Ukraine-Expertin Gudrun Gusl an die Teilnehmenden des Kerzenmeeres bzw. informierten über die dramatische Lage vor Ort in der Ukraine.
Tetiana Stawnychy, Präsidentin der Caritas Ukraine, sandte ein Grußwort an die Teilnehmenden, in dem sie sich für die Hilfe aus Österreich bedankte. Zugleich hielt sie fest: "In der Ukraine haben mehr als vier Millionen Menschen aufgrund des Krieges ihr Zuhause verloren und benötigen langfristige Wohnraumlösungen. Wir unterstützen mit Notunterkünften für die Vertriebenen und arbeiten an langfristigen Lösungen für einen sozialen Wohnungsbauplan, der den Menschen hilft, ihr Leben wieder aufzubauen. Herzlichen Dank an alle, die uns dabei unterstützen."
Caritasdirektor Schwertner reist in wenigen Tagen erneut in die Ukraine, um Hilfsprojekte zu besuchen, sowie rund um den vierten Jahrestag des Angriffskrieges Solidarität zu zeigen und Kolleginnen und Kollegen vor Ort in der schwierigen Lage beizustehen.