Vor 800 Jahren starb Italiens berühmtester Heiliger - Bis 22. März können seine sterblichen Überreste verehrt werden
Assisi, 21.02.2026 (KAP) Mit einem Gottesdienst in der Basilika San Francesco in Assisi hat am Samstag die erste große öffentliche Verehrung der Reliquien von Italiens berühmtestem Heiligen begonnen. Am Nachmittag trugen Franziskanermönche, begleitet von Litaneigesängen, das in einem durchsichtigen Behälter ausgelegte Skelett des Heiligen von der Krypta vor den Hauptaltar der nach ihm benannten Basilika. Dort können die sterblichen Überreste bis zum 22. März verehrt werden. Rund 400.000 Pilger haben sich dafür angemeldet.
Italien begeht in diesem Jahr den 800. Todestag des 1226 gestorbenen Ordensgründers. Seine Knochen wurden bereits 1978 in einem quaderförmigen Plexiglas-Sarg ausgelegt, der wiederum in einem steinernen Sarkophag deponiert wurde. Normalerweise ist nur dieser äußere Sarg sichtbar.
"Von Reliquien provozieren lassen"
Den Vespergottesdienst, an dem Hunderte Ordensleute aller Zweige der franziskanischen Bewegung teilnahmen, leitete der spanische Kardinal Ángel Fernández Artime. In seiner Predigt sagte er, die Ausstellung der Reliquien sei ein "Geschenk und ein Appell, sich auf das Wesentliche zu besinnen". Der Blick auf die sterblichen Überreste zeige das "Konkrete der Heiligkeit". Die Reliquien seien eine "stumme, aber äußerst wirkungsvolle Predigt".
Wer die sterblichen Überreste des Heiligen Franziskus betrachte, realisiere, was das Evangelium bewirken könne, wenn man es ernst nehme, erklärte Ártime. Wie kaum ein anderer zuvor habe sich Franz von Assisi radikal für Bescheidenheit, Armut und Frieden anstatt für Selbstbehauptung, Reichtum und Macht entschieden.
Abschließend sagte der Kardinal: "Wir sind hier nicht aus Neugier, sondern um uns von diesen Reliquien provozieren zu lassen (...) und uns der Frage zu stellen: 'Was muss in mir sterben, damit Christus in mir leben kann?' Franziskus zeige, dass "Heiligkeit möglich ist und das Evangelium gelebt werden kann".
Für Sonntag wurde nach einem weiteren Gottesdienst in der Basilika der Beginn eines langen Pilgerstroms aus zahlreichen Ländern erwartet. Der Abschlussgottesdienst des Großereignisses ist für den 22. März geplant. Am 6. August will auch Papst Leo XIV. nach Assisi kommen und am Sarg des Heiligen beten.