Eindringlicher Friedensappell des Papstes für die Ukraine
22.02.202612:54
(zuletzt bearbeitet am 22.02.2026 um 13:15 Uhr)
Vatikan/Ukraine/Papst/Krieg/Papst/Krieg
Leo bei Mittagsgebet auf dem Petersplatz: "Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!" - Aufruf zur Fastenzeit: "Geben wir der Stille Raum!"
Vatikanstadt, 22.02.2026 (KAP) Zum vierten Jahrestag des Beginns des russischen Angriffs auf die Ukraine hat Papst Leo XIV. am Sonntag ein sofortiges Ende des Krieges gefordert. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz formulierte er einen Friedensappell und rief: "Wie viele Opfer, wie viele zerstörte Leben und Familien! Wie viel Zerstörung, wie viel Leid!"
Der Krieg ziehe eine Spur des Todes, der Zerstörung und der Schmerzen hinter sich, die Generationen prägen werde. Deshalb könne der Frieden "nicht weiter aufgeschoben werden", nötig seien "verantwortliche Entscheidungen", so der Papst vor Zehntausenden Pilgern auf dem Petersplatz. "Die Waffen sollen schweigen, die Bombardierungen aufhören!"
Um zum Frieden zu gelangen, müsse "ohne Verzögerung" ein Waffenstillstand angestrebt werden. Ferner sei eine "Stärkung des Dialogs" nötig, um einen Weg zum Frieden zu finden. Die Christen in aller Welt rief der Papst abschließend zum Gebet auf "für das gequälte ukrainische Volk und für alle, die unter diesem Krieg leiden".
In Fastenzeit Medienkonsum reduzieren
"Geben wir der Stille Raum!" Mit diesen Worten hat Leo XIV. am ersten Fastensonntag zu einem bewussten Verzicht auf Medienkonsum in der Zeit bis Ostern aufgerufen. Vor mehreren zehntausend Menschen auf dem Petersplatz sagte er beim Mittagsgebet: "Lassen wir die Fernsehgeräte, die Radios und die Smartphones ein wenig schweigen."
Die so gewonnene freie Zeit sollten die Menschen für Sinnvolles nutzen, so der Papst. Seine Vorschläge: "Betrachten wir das Wort Gottes, empfangen wir die Sakramente; hören wir auf die Stimme des Heiligen Geistes, der in unserem Herzen zu uns spricht, und hören wir einander zu, in unseren Familien, an unseren Arbeitsplätzen, in unseren Gemeinschaften. Widmen wir unsere Zeit denen, die allein sind, insbesondere den Älteren, den Armen, den Kranken. Verzichten wir auf das Überflüssige und teilen wir das, was wir einsparen, mit denen, denen es am Nötigsten mangelt."
Am Sonntagnachmittag sollten im Vatikan die alljährlichen Fastenexerzitien für die leitenden Angestellten beginnen. Diese seit dem Jahr 1929 praktizierten Übungen zur Meditation und inhaltlichen Fokussierung leitet in diesem Jahr erstmals ein Angehöriger des Trappistenordens, der Norweger Erik Varden, Leo XIV. hat ihn damit beauftragt. Die Trappisten zeichnen sich durch besonders lange Zeiten des Schweigens in ihrem klösterlichen Tagesablauf aus.