EU-Bischöfe fordern Beauftragten gegen Christenhass
23.02.202616:48
Belgien/Menschenrechte/Religion/COMECE
COMECE begrüßt Beschluss des EU-Parlaments, einen Beauftragten für den Schutz christlicher Gemeinschaften zu ernennen
Brüssel, 23.02.2026 (KAP/KNA) Die Bischöfe Europas haben der Europäischen Kommission empfohlen, einen Koordinator für die Bekämpfung von Christenhass zu ernennen. Die Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) teilte am Montag mit, sie begrüße einen entsprechenden Beschluss des Europäischen Parlaments vom Wochenende. Darin wird die Europäische Kommission aufgefordert, einen solchen Koordinator für die Europäische Union zu ernennen.
Der Beschluss des Europäischen Parlaments bemängelt das Fehlen eines solchen Beauftragten angesichts dessen, dass das Christentum nach wie vor die am meisten verfolgte Religion der Welt sei und dass es bereits einen Koordinator für die Bekämpfung der Islamfeindlichkeit gebe. Die EU-Bischöfe schlagen vor, den Titel des zukünftigen EU-Koordinators auf "antichristlichen Hass" und nicht auf "Christianophobie" zu beziehen.
Inhaltlich solle die Person damit beauftragt werden, sich mit konkreten Fällen von Diskriminierung, Intoleranz und Gewalt gegen christliche Gemeinschaften in der Europäischen Union zu befassen. Für die Bekämpfung antichristlichen Hasses in der EU brauche es auch finanzielle Mittel. Daher solle sie in den Gesetzestext des neuen Finanzierungsinstruments "AgoraEU" integriert werden.
Die COMECE hatte sich seit Dezember 2024 wiederholt für die Ernennung eines EU-Koordinators zur Bekämpfung von antichristlichem Hass eingesetzt. Auch Papst Leo XIV. hatte daran erinnert, eine "subtile Form der religiösen Diskriminierung von Christen" nicht zu vergessen, die sich in Europa ausbreite.
Die EU-Bischöfe betonten, der Schutz von Gotteshäusern gehöre zwingend in diesen Zusammenhang. So erwarte die COMECE, dass die bevorstehende neue EU-Agenda zur Prävention und Bekämpfung von Terrorismus und gewalttätigem Extremismus den Schutz von Gotteshäusern in ihre Prioritäten aufnehme.