Ordensschwester Simeona Dovhanyuk seit vielen Jahren erste und einzige weibliche Militärgeistliche - Ukrainisches Kirchenoberhaupt Großerzbischof Schewtschuk: Vier Jahre Ukraine-Krieg eine "Schande für die Menschheit"
Kiew/Rom, 24.02.2026 (KAP) Mit der Ordensschwester Simeona Dovhanyuk hat die Ukrainische Griechisch-katholische Kirche bislang genau eine Frau zur Militärseelsorgerin bestellt. Über ihre Arbeit berichtete die Ordensfrau in einem aktuellen Beitrag auf der Website der Kirche (https://ugcc.ua). Sie trat 1993 in den Basilianerorden des Heiligen Simeon ein, absolvierte in Lemberg eine psychologische Ausbildung und wechselte in ein kontemplatives Kloster in der Region Ternopil.
Nach 15 Jahren im Kloster und dem Verlust ihres Cousins, der als Soldat schon 2014 in Slowjansk im Osten der Ukraine fiel, beschloss sie, ihren Wehrdienst abzuleisten. Mit der Erlaubnis von Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk, Oberhaupts der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, wurde die Nonne nicht nur Soldatin, sondern auch die bisher einzige Militärgeistliche in der Ukraine und in der Geschichte der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, wie es in dem Beitrag heißt.
Zu Beginn ihrer Laufbahn arbeitete Dovhanyuk in einem Militärkrankenhaus in der Region Dnipropetrowsk. 2022, nach Verabschiedung des Gesetzes über den Militärseelsorgedienst, konnte sie auch viele Einsätze nahe der Front absolvieren und den Soldatinnen und Soldaten beistehen. Seit Herbst 2025 ist sie in Iwano-Frankiwsk in der Westukraine stationiert, wo sie mit psychisch schwer belasteten Militärangehörigen, Veteranen und deren Familien arbeitet.
Großerzbischof: "Wir versuchen, zusammenzuhalten"
Großerzbischof Schewtschuk hat derweilen im Interview mit Radio Vatikan den 4. Jahrestag (24. Februar) des Angriffs Russlands auf die Ukraine als "tragischen Jahrestag" bezeichnet. Vier Jahre Krieg seien eine "Schande für die Menschheit", so das Kirchenoberhaupt. "Und wenn wir von vier Jahren sprechen, meinen wir nur den Beginn der großflächigen russischen Invasion. Der Krieg begann faktisch bereits 2014 mit der Besetzung der Krim und Teilen des östlichen Donbass." Man stehe vor einer wahren Tragödie, die sich in den letzten Monaten weiter verschärft habe, so Schewtschuk: "Die Zahl der zivilen Todesopfer und Verletzten steigt unaufhörlich. Ich kann sagen, dass die Lage nicht einmal zu Beginn der Invasion im Jahr 2022 so dramatisch war wie heute, insbesondere in diesem Winter, insbesondere in der ukrainischen Hauptstadt."
Alle Menschen litten gleichermaßen unter dem Kriegsalltag, so der Großerzbischof. Die Kirche versuche, allen beizustehen: "Wir sind alle gleich und leiden gemeinsam. Ich bin Bürger von Kiew und die Kälte fragt nicht: 'Sind Sie Priester oder Bischof?' oder: 'Welcher Kirche gehören Sie an? Wie beten Sie zu Gott?'", so der Großerzbischof. Nachsatz: "Wir versuchen, zusammenzuhalten, einander zu helfen und auch einen christlichen Sinn zu finden: wie wir unter diesen Umständen als Christen leben können."
Die Menschen seien in dieser Phase des Krieges zwar müde, Verzweiflung oder Resignation kämen dennoch nicht auf, so der Kirchenvertreter: "Im Gegenteil, mit diesen ständigen Raketenangriffen wächst der Widerstandswille." Es sei beschämend, dass es der internationalen Gemeinschaft in vier Jahren nicht gelungen sei, "die mörderische Hand des Aggressors zu stoppen". Er bitte an diesem traurigen Jahrestag alle, "Gott und sich selbst ein Versprechen zu geben: Frieden zu schaffen."
Politiker müssten ihre Pflicht erfüllen. Geistliche und Diplomaten, einschließlich der christlichen Diplomatie, müssten ihre Pflicht erfüllen. Das Militär, Freiwillige: Jeder sei aufgerufen, seinen Beitrag zu leisten, so Schewtschuk: "Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, um den Aggressor zu stoppen. Dann wird eine andere Zeit kommen: die Zeit, das Trauma zu heilen und das wiederaufzubauen, was der Krieg zerstört hat. Aber das wird eine andere Geschichte sein."
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