Bozen-Brixen: 77.000 Archivalien des Diözesanarchivs digital erfasst
25.02.202612:28
Italien/Kirche/Medien/Geschichte
Inventar von Urkunden, Amtsbüchern, Dokumenten des Domkapitels, Nachlässen oder Sonderbeständen online einsehbar
Bozen, 25.02.2026 (KAP) Mehr als 77.000 Archivalien des historischen Diözesanarchivs in der Brixner Hofburg sind ab sofort online erschlossen. Das vollständige Inventar ist seit Kurzem über die Plattform https://archiv.hofburg.it zugänglich und ermöglicht Forschenden sowie Interessierten eine gezielte Vorbereitung von Archivbesuchen. Nutzerinnen und Nutzer können über eine Archivplansuche vom Gesamtbestand bis zum einzelnen Dokument navigieren. Zusätzlich steht eine Volltextsuche zur Verfügung, die eine gezielte Recherche erleichtert. Eine Einsicht in die Archivalien selbst erfolgt weiterhin vor Ort, da es sich nicht um eine Digitalisierung der einzelnen Dokumente, sondern um die Online-Bereitstellung des Inventars handelt, wie die Diözese am Mittwoch mitteilte.
Die Bestände dokumentieren die jahrhundertelange Tätigkeit kirchlicher Einrichtungen. Sie reichen vom Hochstift als weltlicher Herrschaft des Bischofs über Konsistorium und Ordinariat bis hin zum Domkapitel. Ergänzt werden sie durch Nachlässe sowie Sonderbestände. Mit der nun freigeschalteten Plattform ist diese historisch gewachsene Struktur erstmals digital sichtbar und nutzbar.
Die Inventarisierung des Diözesanarchivs wurde in den späten 1940er Jahren von Karl Wolfsgruber begonnen und von Eduard Scheiber weitergeführt. Seit 2017 wurde das Projekt unter der Leitung von Erika Kustatscher mit Unterstützung von Alexander von Hohenbühel intensiv vorangetrieben und an internationale archivwissenschaftliche Standards angepasst. In den kommenden Jahren ist ein weiterer Ausbau des Systems vorgesehen, unter anderem durch die Einbindung zusätzlicher Bestände wie Pfarrarchive sowie durch inhaltliche Verknüpfungen mit wissenschaftlichen Referenzwerken.