Neugewählter Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz will bei unterschiedlichen Auffassungen "zuhören und ernstnehmen"
Würzburg/Bonn, 25.02.2026 (KAP/KNA) Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, setzt auf Respekt im Umgang mit unterschiedlichen Auffassungen bei den katholischen Bischöfen. Es gehe darum, zuzuhören, das Gegenüber ernstzunehmen und anzuerkennen, sagte Wilmer am Dienstagabend im "heute journal" des ZDF. "Wir sitzen alle im gleichen Boot." Die Bischöfe in Deutschland hätten den großen Willen, die Frohe Botschaft des Evangeliums und die "Frische des Glaubens" zu verkünden und zu sagen: Die katholische Kirche sei auch in stürmischer Zeit attraktiv.
Der 64 Jahre alte Bischof von Hildesheim war am selben Tag bei der Frühjahrsvollversammlung in Würzburg zum Nachfolger von Bischof Georg Bätzing an die Spitze der Deutschen Bischofskonferenz gewählt worden. Erwartet wird vom neuen Vorsitzenden, dass er die Spaltung der Bischofskonferenz beim Umgang mit dem deutschen Reformprojekt Synodaler Weg überwindet und auch Differenzen mit dem Vatikan beilegt.
Vier konservative Bischöfe hatten sich aus dem Reformprojekt zurückgezogen, in dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht. In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken - auch gegen die geplante Einrichtung eines synodalen Gremiums von Bischöfen und Laien auf Bundesebene. Die Satzung dieser Synodalkonferenz ist Thema der in Würzburg tagenden Bischofskonferenz.
In dem Fernsehinterview bekräftigte Wilmer mit Blick auf die Frage, ob er für eine Priesterweihe von Frauen sei, dass er es ausdrücklich begrüße, dass die Weltsynode das Thema Frauen in Diensten und Ämtern auf der Tagesordnung habe. Man bleibe im Gespräch auch mit Rom und habe Respekt vor der großen und langen katholischen Tradition. Zugleich sei ihre Beständigkeit aber auch der Wandel. Er setze sich dafür ein, die Kompetenz von Frauen sichtbar zu machen und zu fördern.
Auf die Frage, warum er gewählt worden sei, sagte Wilmer, dass es vielleicht damit zusammenhänge, dass er früher schon als Leiter einer Ordensgemeinschaft sehr international unterwegs gewesen sei. Er kenne Rom gut, auch die Menschen in der Diaspora, sei gut vernetzt in der Ökumene, in der Orthodoxie und mit den jüdischen Schwestern und Brüdern.
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