Deutsche Bischöfe: Islam-Dialog unter neuen Vorzeichen
25.02.202615:38
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Deutsche Bischofskonferenz präsentierte bei Vollversammlung Arbeitshilfe für Dialog mit dem Islam
Würzburg, 25.02.2026 (KAP/KNA) Die Deutsche Bischofskonferenz sieht für den Dialog mit dem Islam neue Rahmenbedingungen. In den vergangenen Jahrzehnten habe sich in Deutschland eine große Vielfalt muslimischen Lebens entwickelt, sagte der Augsburger Bischof Bertram Meier am Mittwoch in Würzburg. Meier ist Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog der Deutschen Bischofskonferenz und äußerte sich bei deren Vollversammlung in Würzburg. Die Bischöfe veröffentlichten am Mittwoch eine Arbeitshilfe zum Thema.
Migrationsbewegungen hätten zur Pluralisierung der Muslime in Deutschland beigetragen, sagte Meier. Auch wie sehr Muslime ihre Religion praktizierten, sei unterschiedlich. Durch den Aufbau einer islamischen Hochschultheologie seien neue Möglichkeiten des Dialogs entstanden, auch das gemeinsame ehrenamtliche Engagement von Christen und Muslimen habe einen Aufschwung erlebt. Als Beispiele nannte Meier Flüchtlingshilfe, Klimaschutz und das gemeinsame Eintreten für Demokratie und Menschenrechte. Interreligiöser Dialog sei zugleich immer Beziehungsarbeit und müsse wachsen.
Das Verhältnis zwischen den Religionen sei zugleich nicht frei von Konflikten, führte Meier aus. Gerade zwischen jüdischen und muslimischen Akteuren sei das Vertrauen nach dem 7. Oktober 2023 - dem Terrorangriff der palästinensischen Hamas auf Israel und dem nachfolgenden Gazakrieg - vielerorts erschüttert worden. Christen könnten hier Brücken bauen. Zudem verwies der Bischof auf religionspolitische Kontroversen rund um den Islam. Die neue Arbeitshilfe wolle hier Leitprinzipien für kirchliche Positionierungen geben. Sie richte sich an alle, die in der Kirche mit Fragen der christlich-muslimischen Begegnung zu tun haben, und darüber hinaus an alle, die an guten interreligiösen Beziehungen interessiert seien.
Die Arbeitshilfe beschäftigt sich mit theologischen Grundlagen beider Religionen, Entwicklungen im muslimischen Leben in Deutschland sowie mit muslimischen Gruppen und Religionsgemeinschaften im Umfeld des Islam in Deutschland. Sie hält fest, an welchen Stellen Christen und Muslime schon in gelingenden Beziehungen stehen und welche Themen Konfliktpotenzial in sich tragen. Zudem beschreibt sie kirchliche Perspektiven auf islamische Lebensvollzüge wie Feste und Rituale.
Christen und Muslime könnten gemeinsam die Botschaften der Barmherzigkeit, des ewigen Lebens und des Gebets in die säkulare Gesellschaft tragen, heißt es im Resümee der Arbeitshilfe. Die Bischöfe betonen, dass eine ernsthafte Begegnung mit muslimischen Gläubigen den christlichen Glauben nicht gefährde, sondern ihn vertiefe, bestärke und bereichere. Dennoch sei klar, dass Ziel des interreligiösen Dialogs kein gemeinsames Glaubenszeugnis sei, sondern ein friedliches Miteinander und die Bereitschaft, voneinander zu lernen.
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