Lebensschützer: Hilfe und Beratung für Schwangere und Angehörige dürfen nicht Sparstift zum Opfer fallen
Salzburg, 26.02.2026 (KAP) Das "Salzburger Ärzteforum für das Leben" begrüßt das Vorhaben der schwarz-blauen Landesregierung, die Anzahl der Abtreibungen zu senken. Angekündigte Maßnahmen im Regierungsprogramm 2023 - etwa eine breite Infokampagne - blieben jedoch aus und werden angesichts der angespannten budgetären Situation bis auf Weiteres zurückgestellt. In einer öffentlichen Stellungnahme forderte das Ärzteforum am Donnerstag die Regierung auf, ihr Ziel "nicht aus den Augen zu verlieren, sondern konkrete, nachhaltige Schritte zu setzen". Frauen und Paare in Schwangerschaftskonfliktsituation hätten es verdient, eine umfassende Aufklärung und professionelle Beratung wie auch konkrete Hilfsangebote zu erhalten, "um wirklich frei die für sie und ihr Kind beste Entscheidung zu treffen".
Aus den Daten der vergangenen 20 Jahre ergebe sich für das Bundesland Salzburg ein konstantes Bild bei den Schwangerschaftsabbrüchen, wie die "Salzburger Nachrichten" (21. Februar) berichteten. Die Zahl der Abbrüche liege demnach seit Jahren zwischen 700 und 900 pro Jahr. Im Jahr 2024 wurden 743 Schwangerschaftsabbrüche verzeichnet. Die Mehrheit der Frauen, die einen Abbruch vornehmen lassen, ist zwischen 20 und 35 Jahre alt. Zudem entscheiden sich mehr Frauen über 40 Jahre für einen Schwangerschaftsabbruch als Jugendliche unter 19 Jahren. Mehr als die Hälfte der Frauen, die einen Abbruch durchführen lassen, hat bereits ein oder mehrere Kinder.
Die Zahlen und Beweggründe der Abtreibungen seien inzwischen systematisch erfasst worden, woraus sich sinnvolle Maßnahmen ableiten ließen, wie Abtreibungen auch im Hinblick "einer sich zuspitzenden demografischen Schieflage" reduziert werden könnten. Diese dürften nicht "dem Sparstift zum Opfer fallen", so der Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten, die sich einen ganzheitlichen und lebensbefürwortenden Ansatz bei der Lösungsfindung wünschen. Diesen vorrangig auf kostenlose Verhütung, rezeptfreien medikamentösen Schwangerschaftsabbruch oder Ausweitung des niederschwelligen Abtreibungsangebots mit Finanzierung durch die Krankenkassen zu suchen, wie von Christian Fiala, ärztlicher Leiter der Gynmed-Ambulanzen in Salzburg und Wien, vorgeschlagen, sei nicht ausreichend.
Positiv hob das Ärzteforum die Petition der Initiative #fairändern hervor, die Studien und eine statistische Erhebung von Zahlen und Motiven zu Schwangerschaftsabbrüchen fordert, um konkreten Handlungsbedarf festzustellen. Eingemahnt werden auch umfassende Information, Unterstützung und familienorientierte Maßnahmen für schwangere Frauen sowie positive Kampagnen zur Schwangerschaft, Adoption und Pflege.