Interdisziplinäre Untersuchung soll Herkunft des mittelalterlichen Agnes-Bronzeleuchters klären und neue Einblicke in Handwerkskunst der Metallgießer und mittelalterliche Handelsnetzwerke eröffnen
Wien, 26.02.2026 (KAP) Im Brunnenhaus des Stiftes Klosterneuburg steht ein über vier Meter hoher siebenarmiger Bronzeleuchter, den die Kaisertochter Agnes - Gattin des Babenbergers Leopold III. und Mitbegründerin des Stiftes - dem Stift schenkte. Der riesige Kerzenleuchter war ursprünglich im Chor der romanischen Stiftskirche aufgestellt und gehörte zur Grundausstattung der Stiftskirche. Um die Herkunft des 900 Jahre alten Bronzeleuchters zu erforschen, hat der Wiener Wissenschaftler Matthias Mehofer dieser Tage eine interdisziplinäre Untersuchung gestartet, wie das Stift mitteilte.
Der Agnes-Bronzeleuchter wurde um 1130 n. Chr. in Verona gegossen, so die Annahme. Schriftliche Unterlagen sind nicht vorhanden. Antworten zur tatsächlichen Herkunft erhofft man sich nun durch eine umfangreiche wissenschaftliche Analyse. Zum Einsatz kommen u.a. eine Röntgenfluoreszenzanalyse, 3D-Laserscanning, Mikroskopie und Endoskopie. Die materialwissenschaftliche und kulturhistorische Studie ist laut Aussendung auf mehrere Jahre angelegt. Man erhoffe sich einen einzigartigen Einblick in die mittelalterliche Handwerkskunst der Metallgießer und die mittelalterlichen Handelsnetzwerke.