Bischofskonferenz beschließt neue Predigtdienst-Ordnung und wird im Vatikan um Zustimmung bitten - Neuer DBK-Vorsitzender Wilmer: "Werde das in Rom noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben" - Kein deutscher Sonderweg bei Reformen
Würzburg, 26.02.2026 (KAP/KNA) Nach dem Willen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sollen Frauen und nichtgeweihte Männer künftig in katholischen Messen predigen dürfen. Das gab deren Vorsitzender Heiner Wilmer am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg bekannt. Die Konferenz folge damit einem Beschluss der deutschen Synodalversammlung von 2023. Diese hatte mit Mehrheit auch der Bischöfe beschlossen, dass diese in Rom eine entsprechende Erlaubnis beantragen. Diese solle für qualifizierte Männer und Frauen gelten, die vom jeweiligen Bischof beauftragt wurden.
Die Bischöfe hätten auf ihrer dieswöchigen Versammlung nun eine Ordnung des Predigtdienstes beschlossen, sagte der neue Vorsitzende. Dafür wollten sie in Rom um Zustimmung bitten: "Wir haben vereinbart, dass ich dies bei meinem nächsten Besuch in Rom mitnehmen und auch noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben werde", so Wilmer vor Journalisten in Würzburg. De facto werde die Predigt durch Laien, also Nichtgeweihte, in vielen deutschen Diözesen auch schon praktiziert, erklärte er auf Nachfrage. Natürlich wolle man dabei in Einheit mit der Weltkirche bleiben.
Laien dürfen bisher laut Kirchenrecht nicht in Messen predigen. In Canon 766 heißt es zwar, dass sie zur Predigt zugelassen werden können, "wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist". Im nächsten Canon wird dies aber eingeschränkt: "Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird". Damit ist die Predigt in der Messe gemeint. Möglich sind aber jetzt schon Predigten in anderen Gottesdienstformen, etwa in Wortgottesdiensten.
Kein deutscher Sonderweg bei Reformen
Beim Pressetermin zum Abschluss der Bischofskonferenz-Vollversammlung bekräftigte der neue Vorsitzende Wilmer, dass er bei der Reform der katholischen Kirche keinen deutschen Sonderweg einschlagen wolle. Wichtig sei ihm eine gute Abstimmung mit der Kirchenleitung in Rom und mit der Weltsynode, sagte der Bischof von Hildesheim. Er werde schon bald nach Rom fahren, damit der Vatikan die während der dieswöchigen Versammlung von den Bischöfen gebilligte Satzung der geplanten Synodalkonferenz absegnet.
In dem neuen Gremium sollen Bischöfe und Laien auf deutschlandweiter Ebene gemeinsam über wichtige Zukunftsfragen beraten und Beschlüsse fassen. Die geplante Synodalkonferenz ist ein Ergebnis des Reformprojekts Synodaler Weg der Kirche in Deutschland, bei dem es etwa um innerkirchliche Gewaltenteilung, eine neue Sexualmoral und um Weiheämter für Frauen geht.
"Brücken bauen, Gräben zuschütten"
Die Deutsche Bischofskonferenz war beim Umgang mit diesem Projekt in den vergangenen Jahren gespalten. Vier konservative Bischöfe hatten sich daraus zurückgezogen. In der Kirchenleitung in Rom gab es ebenfalls starke Bedenken. Der Vatikan mahnte, dass die Entscheidungsbefugnis jedes einzelnen Bischofs für seine Diözese nicht aufgehoben werden dürfe. "Mein Anliegen ist es, zu vermitteln, Brücken zu bauen, Gräben zuzuschütten", sagte Wilmer am Donnerstag. "Die Einheit ist unser größtes Zeugnis."
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